Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Ereignisse beim Corps FML. von Kospot vom 26. März bis zum 28. April 1799

Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes. holt zu Zusammenstössen zwischen seinen Vortruppen und denen der Franzosen gekommen. Besonders seit Mitte April mehrten sich diese Gefechte und Scharmützel, an welchen nach und nach, veranlasst durch die barbarischen Be­drückungen der Franzosen, auch das badische Landvolk an der Seite der österreichischen Truppen theilnahm, so am 20. bei Birkenau, am 21. bei Oberkirch, am 22. bei Offenburg. Am 25. April aber schrieb FML. Kospoth an GM. Merveldt: »Es dürfte leicht geschehen, dass die französischen Gesandten zu Rastatt für ihre eigene Sicherheit einige Truppen von Kehl dahinziehen; darauf wollen E. H. eine besondere Aufmerk­samkeit richten, um es in Zeiten zu erfahren, denn vielleicht dürfte dies eine günstige Gelegenheit geben, dass Sie etwas Sicheres gegen Offenburg und dortige Gegend unternehmen könnten1)«. Am 28. liefen von verschiedenen Seiten Meldungen ein, dass der Feind Truppen gegen die Schweiz sende, dass er die Gegend von Mannheim räume und dass von Hüningen, Alt-Breisach und Kehl aus Demonstrationen gegen die Truppen Kospoth’s geplant würden2). Gleichzeitig mit diesen Meldungen traf auch die Nach­richt ein, dass die französischen Gesandten Rastatt zu räumen entschlossen seien. »Nach einem eben erhaltenen Bericht vom Herrn Obersten Barbaczy,« so meldete FML. Kospoth am 29. April, »sollen die französischen Gesandten Montags, als heute den 29., von Rastatt abgehen 3), und zwar mit einer Bedeckung, vermuthlich einer badischen. Gestern sollen in Selz acht Kanonen zur Deckung ihrer Abreise angelangt sein. Die Sen­sation, welche die Wegnahme des Couriers in Rastatt ver­ursacht, soll ausserordentlich gewesen und von den meisten Gesandten sehr übel aufgenommen worden sein. Dem franzö­sischen Gesandten hat der churmaynzische Minister Freiherr ') K. A. 1799, IV, 118. (Bisher secret gehalten.) 2) K. A. 1799, IV, 156. Meldungen Gyulay’s und Görger’s. (Bisher secret gehalten.) s) (Bisher secret gehalten.) Protokoll-Auszug bei Syhel: »29. April. Kospoth an den Erzherzog. Barbaczy meldet, dass die französischen Gesandten heute aus Rastatt abgehen wollen, mit Pässen Alhini’s.« Die diesem Auszug beigefügte Vermuthung Sybel’s, dass in der Meldung der 28. und nicht der 29. stehe, ist falsch.

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