Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)
Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Ereignisse beim Corps FML. von Kospot vom 26. März bis zum 28. April 1799
Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes. *) K. A. 1799. IV, 118. Donaueschingen, 20. April 1799. (Bisher secret gehalten.) Protokoll-Auszug bei Sybel, a. a. 0.: 20. April. Kospoth au Merveldt. »Erklärt sich mit dieser Lösung ganz einverstanden.« 2) Allgemeine Zeitung, Nr. 112, vom 22. April 1799. Rastatt, 19. April. 4* FML. Kospoth antwortete auf dieses Schreiben am 20. April: »Den gestrigen Rapport habe ich von E. H. nebst den beigelegenen Particularen erhalten und bin mit der Antwort, welche E. H. auf die Anfragen in Rücksicht der badischen Truppen gegeben haben, ganz einverstanden, überhaupt muss die Sache so eingeleitet werden, dass es als ein Miss- verständniss angesehen werde und Euer Hochwohlgeboren wollen diesfalls Jenen, die darum wissen, das geheimste Stillschweigen auf Ehre und Reputation __aufer l egend).« Diese Actenstücke bedürfen wohl keines Commentars; sie sprechen so deutlich als möglich dafür, dass es nur auf die Wegnahme des französischen Gesandtschafts-Archivs abgesehen gewesen sein kann. Wenn Barbaczy beauftragt worden wäre, die französischen Gesandten zu ermorden, hätte er denn überhaupt daran denken dürfen, die That auch in Rastatt selbst in voller Oeffentlichkeit ausführen zu lassen? Gewiss nicht; wohl aber konnte er, da Rastatt »nicht mehr als ein Ort betrachtet« wurde, »den die Gegenwart eines Congresses vor feindlichen Ereignissen schützen könne«, eine Hausdurchsuchung bei den Franzosen abhalten lassen, selbst gegen den Protest der badischen Besatzung. Denn dies konnte leicht durch »Missverständniss« entschuldigt werden — aber doch nicht ein Mord? Entsprechend seiner Meldung vom 18. April Hess Oberst Barbaczy nun seine Patrouillen auch gegen Rastatt streifen und am 22. April veröffentlichte die »Allgemeine Zeitung« darüber folgenden Bericht2): »Heute Morgens ist zum ersten Male eine Patrouille von Szekler-Husaren, aus dem Murg-Thal kommend, auf der rechten Seite der Murg hart an der Stadt vorbei, durch die Vorstadt,