Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Ereignisse beim Corps FML. von Kospot vom 26. März bis zum 28. April 1799

40 Criste. »In der Anlage habe ich die Gnade, Euer königlichen Hoheit den beigelegten Rapport vom szeklerischen Ober­lieutenant Szentes zu unterlegen; mit diesem folgt auch der gefangene Commissär. Euer königliche Hoheit werden aus den Rapporten des gedachten Oberlieutenants zu ersehen geruhen, dass der französische Gesandte und der batavische viele De­peschen, theils durch Estafetten, theils durch französische Offieiers, expediert haben, mithin gibt das hinlängliche Ursache, auch den batavischen von Stuttgart abzuschaflen, welches gleich unter einem geschehen kann, indem ich nach Abschaffung des Bürgers Trouvé das Albert-Cürassier-Regiment gleich wieder in die Cantonnierung hinter Rottweil ziehen könnte, worüber ich demnach Euer königlichen Hoheit weitere höchste Befehle erwarte*).« Fünf Tage später aber machte er dem Erzherzog fol­genden Vorschlag: »Den dänischen Gesandten, der eigentlich nur ein Advocat aus Stuttgart und von Jedermann gehasst ist, könnte man wohl aus Missverstand, auf eine oder andere Art expedieren; denn seine Correspondenz zu ertappen, wird es schwer werden, weil es dieser Mensch klug genug einleiten wird2).« Dieser Vorschlag des FML. Kospoth beweist, dass er bereit gewesen wäre, die Rücksicht auf den diplomatischen Charakter der französischen Spione fallen zu lassen und sie unter dem Vorwand eines Missverständnisses auszuweisen, nicht so der Erzherzog, der, wie wir noch sehen werden, strengere Ansichten hatte und nur mit den nöthigen Beweis­mitteln in der Hand gegen die notorischen feindlichen Kund­schafter vorgehen wollte. Bisher hatten die Versuche, in den Besitz solcher Beweise zu gelangen, kein günstiges Resultat ergeben; auch war es bei der Vorsicht der französischen Ge­sandten und ihrer Genossen leicht möglich, dass in der durch die Post und durch Couriere beförderten Correspondenz gra­vierende Schriftstücke gar nicht gefunden werden würden; *) K. A., F. A. Deutschland. 1799. IV, 86. Kospoth an Erzherzog Carl. Donaueschingen, 12. April 1799. 2) K. A., F. A. 1799. IV, 106. FML. Kospoth an Erzherzog Carl. Donaueschingen, 17. April 1799.

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