Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Ereignisse beim Corps FML. von Kospot vom 26. März bis zum 28. April 1799

38 Criste. spion und Unterhändler des französischen GeneralsVandamme sein soll.« »Der Herr Feldmarschall-Lieutenant erhalten daher den Auftrag, nicht nur alle Estafetten und Boten, welche von Stuttgart oder aus der dortigen, im Bezirk unserer Vorposten gelegenen Gegend nach einem vom Feinde besetzten Ort bestimmt sind, anzuhalten, sondern überhaupt alle Postpaquete und Briefschaften genau untersuchen zu lassen und was als verdächtig befunden werden sollte, hieher einzusenden. Vor­züglich aber empfehle ich dem Herrn Feldmarschall-Lieutenant alle Aufmerksamkeit dahin zu richten, damit die Correspon- denz desFreiherm von Wächter mit dem Feind, welche der­selbe, der Anlage zu Folge, durch eigene Boten von dem Landvolk unterhalten soll, entdeckt werde und dadurch solche Data gegen ihn in Hände bekommt, dass man sich alsdann ohne Weiteres seiner Person bemächtigen kann1).« Den auf diesen Weisungen beruhenden Befehl erhielt der Commandant der rechten Flügelgruppe der Vorposten GM. Görger, am 14. April Abends und beantwortete ihn am 15. folgendermassen: »Ich werde meinen unterstehenden Truppen allsogleich den gemessensten Befehl ertheilen, alle Estafetten lind Boten in der Gegend unserer Vorposten, welche nach einem vom Feinde besetzten Ort bestimmt sind, anher zu schicken, auch Alles anzuwenden, um die Correspondenz des Baron von Wächter mit dem .Feind zu entdecken. Es ist mehr als zu vermuthen, dass diese Correspondenz nicht durch die Post, sondern durch sichere, ihnen vertraute Leute befördert wird. *) *) K. A., F. A. 1799. IV, 86. Hauptquartier Engen, den 13. April 1799. Die in diesem Befehlsschreiben erwähnte »Anlage« lautet: »Herr Baron Wächter, zugetheilt der dänischen Gesandtschaft, ist gegenwärtig der Hauptspion Vandamme’s. Ich bin durch eine Person, die der fran­zösischen Armee zugetheilt war, unterrichtet, dass dieser Baron eine geheime Correspondenz unterhält, die durch Leute vom Lande von Station zu Station befördert wird. Ich habe darüber mit dem Herrn General von Görger gesprochen, der mir gesagt hat, über die Spionage dieses Barons informiert zu sein und dass er im Begriffe war, ihn gefangennehmen zu lassen, aber durch den Charakter und die Immunität der Gesandtschaft hieran verhindert worden zu sein. Er beauftragt mich, seine diesbezüglichen Absichten in meinem Rapport anzuführen. Der Baron von Wächter wohnt in einem Schloss in der Nähe von -Rottenburg.«

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