Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Ansichten verschiedener Historiker über den Gesandten-Mord

Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gcsandten-Mordes. 42 3 »Lebensart mit dem Civile« sei nicht die beste. Und dess- halb Räuber und Mörder? x) Gegen die Annahme, dass Burkhard von Emigranten bestochen worden sei, den Mord zu verüben, spricht aber auch deutlich und entschieden das bedeutendste Document, welches bis jetzt über den Gesandten-Mord veröffentlicht wurde: das gerichtliche Verhör mit den Szeklem. Denn nicht nur geht aus diesem hervor, dass die Husaren blos desshalb mit dem Morde in Zusammenhang gebracht wurden, weil sie eben auf dem Schauplatze angetroffen wurden2), sondern auch, dass Barbaczy die Urheberschaft an dem Verbrechen gerade den Emigranten zuschrieb und Burkhard diese Ansicht seines Obersten theilte. Und das soll er gethan haben, wenn er in ihrem Auftrag gehandelt? Selbst für die oberflächlichste ') Die Conduite-Liste Fontana’s sagt aber auch, er habe gegen­über seinen Untergebenen »keine Autorität«. Wenn aber jemals Autorität im strengsten Sinne des Wortes noth wendig war, so war sie es wohl in diesem Falle, den die Ankläger Fontana’s annehmen. Die gericht­lichen Aussagen Fontana’s finden sich übrigens in dem Verhörs- Protokoll. 2) Dieser Umstand, welcher, wie bereits erwähnt, zweifellos eher zu Gunsten der Husaren spricht, war nicht nur Ursache, dass sie überhaupt verdächtigt und angeklagt wurden, sondern nöthigte auch manche, sonst unbefangenere Personen, an ihnen, als den wahrschein­lichen Verbrechern, festzuhalten. »Nur das sonderbarste Ungefähr,« so schrieb Eggers (a. a. O., II., 258), »konnte auch die wirklichen Szekler- Husaren gerade zu derselben Zeit herbeiführen.« Dieser Ausspruch wäre, wenn er nicht im Sinne einer gerade entgegenstehenden Ueberzeugung aufzufässen sein sollte, doch wohl ein falscher Schluss. Da die Husaren in der Umgebung von Rastatt zu patrouillieren hatten, -war es mindestens weder »sonderbar«, noch ein »Ungefähr«, dass sie auch auf dem Schauplatz erschienen, angelockt durch den Lärm. Und dass die wirklichen Mörder mit dieser Möglichkeit, ja sogar Wahr­scheinlichkeit gerechnet, beweist die Hast und die Eile, mit welcher sie gearbeitet. Dass die beiden Patrouillen in den Ortschaften Steinmauern, Plittersdorf, ebenso Hügelsheim, Iffezheim gewesen, ist doch durch die Aussagen der Schulzen und durch das Verhör erwiesen; dass sie von dem weiten Weg gerade im rechten Augenblick am Ort der That ankamen, wäre vielleicht »sonderbar«, wenn es nicht noch »sonderbarer« wäre, dass Debry’s Wagen gerade dort so lange gefällig stehen blieb, bis die Feinde kamen — oder sind es doch Andere, die den Wagen zum Halten zwangen oder die Pferde nicht weiter laufen Hessen ?

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