Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Ereignisse in Rastatt in der Nacht des 28. April

Die Ereignisse in Rastatt in der Nacht des 28. April. Ueber die Ereignisse in Rastatt selbst während und nach der Ermordung der französischen Gesandten erzählt der »Authentische Bericht« : »Etwa eine gute Viertelstunde nachherJ) entstand von mehreren Seiten das Gerücht, die Wagen der französischen Gesandten seien dicht vor dem Thore von österreichischen Husaren gewaltsam angefallen und mit Säbeln auf die Kutscher und den Fackelträger gehauen worden. Die meisten diploma­tischen Personen befanden sich in dem Gesellschafts-Casino versammelt. Der ligurische Gesandte Boccardi nebst seinem Bruder, welche in dem letzten Wagen gefahren waren, brachten hierhin flüchtend die erste Nachricht. Man beschloss einmüthig, insgesammt sofort zum Rittmeister zu gehen, von ihm Auf­klärung und vor Allem schleunige Hilfe zu begehren ; wenige Minuten nachher kam die betäubende Nachricht, es sei ein, es seien zwei, es seien alle drei Minister von dem k. k. Militär ermordet. Keine Vernunft konnte eine solche Gräuelthat denkbar, kein Herz konnte sie möglich finden. »Nein, nein«, war der allgemeine Ruf, »es ist falsch«. Aber das Verlangen, irgend ein unglückliches Missverständniss so schnell wie möglich zu heben, beschleunigte die Schritte zum com- mandierenden Officier. Er hatte sein Quartier etwa 20 Schritte vor dem Ettlinger Thore, in dem Wirthshause, die »Laterne«. Die Wache am Thore weigerte sich, die Gesellschaft durch­zulassen, welche sich doch als Gesandte von königlichen und fürstlichen Höfen ankündigte; nur mit äusserster Mühe erhielt 1 1) Nach der Abreise der Gesandten.

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