Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)
Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Aussagen des französischen Gesandtschafts-Personals und die ersten Gerüchte über den Ueberfall
Beitrüge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes. 143 Bedienten mit ihren Herren giebt in Verbindung zu oberwähnten Umständen zu allerlei Vermuthungen Anlass, welche jedoch erst durch die Kundwerdung des Näheren sich für das darlegen müssen, ob sie gegründet sind oder nicht1)«. Mit diesen Nachrichten stimmten, wie der kaiserliche Concommissär in Regensburg, Freiherr von Hügel, an den Reichs-Hof-Vicekanzler schrieb, »verschiedene aus dortiger Gegend und aus Karlsruhe eingelaufene Privatbriefe überein und lassen nicht nur die Urheber der Ermordung ungewiss, sondern entfernen beinahe allen Zweifel, dass es wenigstens k. k. Vorposten- und Szekler-Husaren nicht waren, welche den Mord und Raub verübt haben. Ein aus Strassburg eingelaufenes Schreiben von einem Ohrenzeugen, der die Erzählung mitanhörte, welche Rosenstiel von dem Vorfall am 29. Abends in Strassburg gemacht hat, bestätiget es ferner, dass die angreifenden Personen sowohl untereinander, als mit den französischen Ministern französisch sprachen* 2)«. »Auch meine, schon vorgestern erhaltene Nachricht,« schrieb Graf Fugger am 3. Mai aus Augsburg, »ob sie gleich aus französischer Quelle und zwar aus dem Munde des geretteten Jean Debry geflossen, bestätigt, dass nicht Szekler, sondern solche die Thäter waren, die französisch sprachen3).« Erst dem unermüdlichen Eifer der preussischen Gesandten gelang es allmälig, die Ueberzeugung hervorzurufen, Szekler- Husaren hätten den Mord verübt. Aber nicht ein Soldaten- excess soll nun die That gewesen sein, sondern ein politischer Mord, verübt auf Befehl des österreichischen Cabinets. Die Absicht der preussischen Diplomaten ist klar. Unter so günstigen Umständen musste Oesterreich, der politische Gegner Preussens, blossgestellt, um jeden Preis gebrandmarkt werden. Diesen Standpunct nahmen auch die späteren Historiker der gleichen Richtung ein, vertheidigten ihn mit dem ganzen Aufwand ihrer Gelehrsamkeit und Dialectik und wichen erst Schritt für Schritt zurück, als unwiderlegliche Beweise die vollständige Unschuld des österreichischen Cabinets darlegten. ') Haus-Hof- und Staats-Archiv. Bericht des Speyer’schen Hof- rathes Oehl. Bruchsal, 1. Mai 1799. 2) Haus-Hof- und Staats-Archiv. Regensburg, 7. Mai 1799. 3) Haus-Hof- und Staats-Archiv. An Hügel,