Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)

Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Aussagen des französischen Gesandtschafts-Personals und die ersten Gerüchte über den Ueberfall

Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes. 141 Der darmstädtische Legations-Secretär Bast, der zur Zeit des Mordes noch in Bastatt war und über den Vorfall einen Bericht verfasst hat, sagt: »Die Gesandten wurden ungefähr 100 Schritte von der Vorstadt von einem Trupp Beiter überfallen. Der Minister Jean Debry, Avelcher voranfuhr, wurde französisch angeredet und gefragt, ob er ein fran­zösischer Minister sei etc.1)«. Ganz allgemein also spricht er von »Beitern« und fügt dem bestimmt hinzu, dass sie französisch gesprochen. Und während seines ganzen Be­richtes nennt er mit keiner Silbe die Szekler-Husaren, erst zum Schlüsse erzählt er wahrheitsgetreu, dass in der Nacht die Wagen der Franzosen »von Szekler-Husaren eingebracht wurden«. Und Bast wird doch jedenfalls, ebenso wie Eggers, seine Informationen von den Betheiligten geholt haben; wird ebenso, wie jener, zweifellos zu allererst gefragt haben: »Wer hat Euch überfallen?« Die Antwort hat, wie man aus seinem Bericht ersieht, höchst unbestimmt gelautet: »Ein Trupp Beiter, die französisch sprachen!« Ebenso unbestimmt berichtete die »Darmstädter Zeitung« in einer KarlsruherCorrespondenz vom 29. April: »Eine halbe Viertelstunde vor der Stadt wurden sie (die Gesandten) von bewaffneten Männern zu Pferd angefallen, die sogleich die Fackeln auslöschten, die Gesandten aus den Wagen rissen, mörderisch behandelten und gänzlich beraubten2)«. In seinem dienstlichen Bericht an den Markgrafen Carl Friedrich spricht der badische Minister Edelsheim ganz allgemein von »einer Abtheilung zu Pferd«, welche die Ge­sandten überfallen und von einem »unerklärbaren« Unglück3). Wenn auch dieser Bericht, wie der Herausgeber bemerkt, erst früh Morgens niedergeschrieben wurde, bevor noch Jean Debry nach Bastatt zurückgekehrt war, hätten dochBoccardi, Bosenstiel und das ganze übrige Gefolge, die Alle schon gegen 2 Uhr Morgens in Bastatt eingetroffen, die Mörder mit Bestimmtheit bezeichnen können. Dass sie es nicht gekonnt oder gewollt, dass sie erst viel später, wie auf Befehl, die *) *) Heidenheimer, a. a. O., 155 ff. a) Heidenheimer, a. a. 0., 148 ff. s) Obser, Politische Correspondenz Carl Friedrich’s von Baden. III, Nr. 301. Edelsheim an den Markgrafen. Rastatt, 29. April.

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