Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 11. (Neue Folge, 1899)
Hauptmann Oscar Criste: Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes 1799 - Die Aussagen des französischen Gesandtschafts-Personals und die ersten Gerüchte über den Ueberfall
Beiträge zur Geschichte des Rastatter Gesandten-Mordes. 139 und es 'sei nicht möglich, dass auch die sorgfältigste Untersuchung nachher je zu etwas führen könne. Ich berief mich hier mit Wärme auf meine eigene Erfahrung aus so vielen peinlichen Acten. Ein irgend geübter Geschäftsmann könne in einer solchen Untersuchung, unter solchen Umständen vorgenommen, unglaublich viel ausrichten. Wir müssten von dem Obersten begehren, dass alle in der Gegend von Rastatt coin- man dierten Husaren Mann für Mann gestellt würden, um verhört zu werden von badischen Officianten in Gegenwart einiger von uns. Alle Personen von der französischen Gesandtschaft sowohl, als alle anderen diplomatischen Personen würden eingeladen, ihre Berichte vor der Commission zu geben und zu gestatten, dass man sie durch Fragen und Gegeneinanderstellung zu erläutern suchte. Was von der badischen Regierung abhienge, würde ohne Zweifel befehligt, vor der Commission zu erscheinen, ihr alle mögliche Unterstützung zu geben. Wir hatten so viele Yortheile durch Zeit, durch Lage, durch Umstände, eine Menge fähiger Männer, welche die Beschleunigung der Arbeit, ungemein erleichterten. Hoch konnte man an Ort und Stelle Alles in Augenschein nehmen, auch solche Umstände in das Licht setzen, die geringfügig scheinen und oft zur Entdeckung der Wahrheit so Vieles beitragen. Und wenn acht Tage über diese Untersuchung vergiengen, — sie wären vielleicht die nützlichsten unseres Lebens. Unsere Höfe, die badische Regierung, der kaiserliche Hof, die französische Regierung, die Menschheit selbst würden sie uns verdanken.« So sprach Eggers vergeblich und noch viel später schrieb er darüber: »Noch jetzt bin ich in meinem Gewissen überzeugt, dass das die Hauptursache ist, wesswegen von der eingeleiteten öffentlichen Untersuchung nie etwas bekannt geworden ist. Man untersuche doch nur z. B. die gleich aufgenommenen Protokoll-Aussagen der Kutscher, die bald darauf gedruckt wurden und urtheile, wie viel Licht man aus der Vergleichung derselben mit den Aussagen der Husaren, die nach Rastatt commandiert waren und wiederum mit den Berichten der geretteten Personen von der französischen und ligurischen Gesandtschaft ei’halten konnte, wenn sie an Ort und Stelle und in demselben Augenblick geschehen wäre. So ausgemacht es mir scheint, dass die Wahrheit jetzt nie an