Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 2. (1898)

Aufgelöste Fuss-Truppen - VI. Besondere Kriegs- und sonstige Formationen, dann Frei-Corps und Freiwilligen-Abtheilungen

402 Einzelne dieser Bataillone waren auch sogenannte „vermischte Bataillone”, d. h. aus Divisionen von Regimentern zweier angrenzender Generalate formiert. So gab es Carlstädter, Warasdiner, Warasdin-Carlstädter, Banalisten-, Warasdin-Banalisten-, Slavonische Bataillone u. s. w.'). Ebenso waren aus den Scharfschützen sämmtlicher Grenz-Regimenter zwei „Scharfschützen-Bataillone” formiert worden, welche gleichfalls als leichte Truppen verwendet wurden. Aus den drei in den genannten Kriegen bestandenen Jäger-Corps (deutsches, Tyroler- und niederländisches), welche bei der Formation der leichten Bataillone2) in diese Umwandlung nicht einbezogen, sondern auf dem Fusse belassen wurden, wurde 1801 das „Tyroler Jäger-Regiment Nr. 64” formierts). Im Feldzuge 1809 wurden ausser einer Anzahl diverser Frei-Corps auch mehrere Landwehr-Bataillone, deren Organisierung schon weiter fortgeschritten war4), unter dem Namen „Freiwilligen-Bataillone” der operierenden Armee einverleibt. Seit den Feldzügen 1848—1849 wird für die in den einzelnen Kriegen aufgestellten derlei Abtheilungen grundsätzlich die Bezeichnung „Freiwilligen- Bataillone” angewendet. Die Anwerbung solcher Abtheilungen erfolgte stets nur auf Ivriegsdauer, die Commandanten und ein Theil der Ofticiere wurden dem stehenden Heere entnommen, der Rest durch solche des Pensions-Standes und aus Civil- Personen gedeckt. Im Feldzuge 1866 endlich wurden aus den zweiten Depot-Divisionen einer Anzahl von Infanterie-Regimentern, sowie aus den zweiten Depót- Compagnien der Feld-Jäger-Bataillone, „combinierte Bataillone” als aussergewöhnliche Formation gebildet5). :) Siehe V. Band. „Landes-Vertheidigung”, ,,die Institution der Militär-Grenze". 2) Siehe Seite 077. 8) Siehe Seite 397. J) Siehe im Uebrigen V. Band ,,Landes-Vertheidigung”. 6) In einigen früheren Feldzügen wurden auch schon theils zu Beginn, theils im Verlaufe derselben, mitunter „combinierte Infanterie-Bataillone” gebildet, welche jedoch nicht als organisationsmässige, sondern nur als rein tactisclie Formationen anzusehen waren. So 1778 ein Bataillon Fellner und eine Division Peverelli; 1796/97 aus den Besten mehrerer auf dem Kriegs-Schauplatze in Italien sehr im Stande herabgebommener Regimenter das Bataillon U de (11, 16, 27), dann einige ungarische; 1848 ein Bataillon Braisach (eine Division vom 4. Bataillon Nr. 7, dann eine Land­wehr-Division von Nr. 49) u. s. w.

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