Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 2. (1898)

Aufgelöste Fuss-Truppen - III. Die combinierten Grenadier-Bataillone

— 278 — Siebenjähriger Krieg. In diesem Kriege wurden die Grenadier-Compagnien innerhalb der ein­zelnen Armee-Gruppen wiederholt in grössere Körper vereinigt, welche mit­unter auch als selbststängiges „Grenadier-Corps” auftraten. Je vier bis acht Compagnien bildeten ein Bataillon, welches nicht immer von einem Stabs-Officier, sondern mitunter auch nur von dem ältesten Hauptmann befehligt wurde; zu je vier bis fünf Bataillonen war gewöhnlich ein Obrist, ein Obristlieutenant und ein bis zwei Obristwachtmeister eingetheilt. Die Formierung solcher Bataillone war jedoch keine bleibende, sondern selbst in einem und demselben Jahre wurden dieselben zu verschiedenen Unternehmungen auch verschieden combiniert. 1757 standen 22 Grenadier-Compagnien der Armee des Herzogs von Loth-, ringen (der Regimenter aus dem zweiten Treffen) unter Befehl des Obristen Grafen Guasco vom Regiment Los Rios (Nr. 9) und zeichneten sich in der Schlacht bei Prag durch besondere Tapferkeit aus; ebenso wurde die Haltung der Grenadiere der Armee Daun’s in der Schlacht von Kolin von König Friedrich II. selbst anerkannt. Bei der Erstürmung von Gabel wurden einige Grenadier-Compagnien unter Obristwachtmeister Ernst Freiherrn von Normann von Harrach (Nr. 47) mit Erfolg verwendet; in dem Treffen bei Görlitz standen 21, in der Schlacht bei Breslau 22 Compagnien unter dem FML. Prinzen Arenberg, beziehungs­weise Sprecher. 1758 bildeten 72 Compagnien, in neun Bataillone formiert, das Grenadier- Corps unter GM. Graf Siskovics, welches bei Domstadtl und mit Aus­zeichnung bei Hochkirch focht. Diese Bataillone standen unter: Oberst Baron Buttler, mit Oberstlieutenant Lattermann, dann Major Hasslingen und Graf d’Arberg; Oberst Graf Browne, mit Oberstlieutenant Lackenau und Major Baron Rossi. 1759 bildeten gleichfalls neun Bataillone das Grenadier-Corps unter General Sincere; einige Bataillone fochten im Corps Loudon bei Kunersdorf. Als Stabs-Officiere (Commandanten) fungierten : Oberst Graf Nugent, mit Oberstlieutenant Rummel, den Majoren Prinz Garre und Graf Thirrn; Oberst Marquis Bottá, mit Oberstlieutenant Serriman, den Majoren Preyenfels und O’Brady. 1760 standen in der Haupt-Armee unter den Oberstlieutenanten Baron Normann und Ferraris die Bataillone Freyenfels, Burmann, Andlern (AndlauV), Grisoni, Papilla und Kokofowa, welche mit Auszeichnung bei Torgau fochten. Die Grenadiere im Corps Loudon fochten unter Commando des GM. Elrichshausen bei Landshut und Liegnitz. Sie standen unter: Oberst Caldwell, mit den Majoren Kluck und Worbeer; Oberst de Vins, mit Oberstlieutenant Rindsmaul und Major Rolke1). 1761 standen in der Haupt-Armee zehn Bataillone unter Oberst Graf Harrach; als Commandanten fungierten die Oberstlieutenante O’Mulrian und Rummel, die Majore Chevalier Hamm, Freiherr von Mittrowskv, Worbeer, Biela und O’Donell. An der Erstürmung von Schweidnitz (Corps Loudon) nahmen nur die Bataillone Caldwell und de Vius, dann Grüu-Loudon* 2) theil; ausserdem ') In einem Acte erscheint auch ein Hauptmann Greven als Bataillons-Commandant genannt. 2) Siehe „Frei-Corps”.

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