Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 2. (1898)
Aufgelöste Fuss-Truppen - I. Infanterie-Regimenter (Regimenter zu Fuss)
1762 stand dasselbe in der Haupt-Armee in Schlesien und nahm an den Gefechten bei Adelsbach und Leuthmannsdorf, eine Grenadier-Compagnie an der ruhmvollen Yertheidigung von Schweidnitz theil. Major Johann Chevalier Hamm de Colins, sowie Grenadier-Hauptmann Anton D’Aubleux wurden mit dem MTO. decoriert. Murray. 1778 mit zwei Bataillonen und den Grenadieren (Bataillon Hayden) aut den Kriegs-Schauplatz in Böhmen gerückt, nahm nur das Leib- Bataillon 1779 an dem Angriffe auf das Blockhaus von Ober-Schwedeldorf theil. 1789 nahmen Abtheilungen des Regiments an den Kämpfen gegen die Malcontenten bei Voneppe und Assesse theil. Die Grenadiere (Bataillon Reyniac) bei Nassogne, Assesse u. A. gefochten. 1792 standen zwei Bataillone bei der operierenden Armee, kamen aber nicht in das Feuer, das 3. Bataillon war in Luxemburg. Die Grenadiere (Bataillon Rousseau) nahmen an einigen kleineren Affairen vor Mons, dem Angriffe auf Lille und der Schlacht bei Jemappes theil. 1793 war ein Bataillon unter Oberstlieutenant Immens in dem Gefechte bei Arlon, das andere stand eine Zeit in Condé und focht später bei Berlaimont und vor Maubeuge. Die Grenadiere waren bei Neerwinden, Condé und Wattignies im Feuer. 1791 war ein Bataillon als Besatzung in Valenciennes, wo es in Folge Capitulation in Kriegsgefangenschaft gerieth; das zweite stand in der Armee an der Sambre und focht bei Sprimónt, das 3. nahm an der neunmonatlichen Vertheidigung von Luxemburg theil und gerieth gleichfalls nach dem Falle dieser Festung in Kriegsgefangenschaft, ebenso die Grenadiere durch den Fall von le Quesnoy. 1795 war nur ein Bataillon bei der Armee am Rhein und nahm an dem Gefechte auf der Niederwertlier Insel bei Ehrenbreitstein (eine Division), dann an jenen bei Frankenthal und Lambsheim theil. 1796 zeichnete sich dieses Bataillon unter Major Wolff de Langprest in dem Treffen bei Uckeradt aus. Die reorganisierte Grenadier - Division focht mit Auszeichnung bei Würzburg. 1797 war letztere in dem Gefechte bei Diersheim. 1799 stand das Leib-Bataillon anfänglich in Tyrol, machte das Gefecht bei Täufers mit und rückte dann unter Bellegarde nach Italien, wo es bei Turin stand. Ende October wurde dieses Bataillon aufgelöst, der grössere Theil an das neu aufgestellte Linien-Infanterie-Regiment Nr. 63 abgegeben. Die beiden anderen Bataillone waren bei der Armee in Deutschland, kamen jedoch, als Besatzung in Ulm stehend, nicht vor den Feind. Die Grenadiere (Bataillon Soudain) fochten bei Täufers, Novi, an der Trebbia, bei Savigliano und Mondovi. 1800 war das ganze Regiment auf dem Kriegs-Schauplatze in Deutschland und focht bei Engen, Möskirch, Biberach und Ulm. Die Grenadiere, gleichfalls dahin gerückt, kämpften bei Engen und erlitten bei Hohenlinden grosse Verluste. Reuss-Greitz. 1805 war das Regiment (vier Feld- und das Grenadier- Bataillon) auf dem Kriegs-Schauplatz in Deutschland und gerieth, im Corps Werneck eingetheilt, nach grossen Verlusten, bei Wertingen in Kriegsgefangenschaft. Das 6. Bataillon focht bei Austerlitz. 1809 erneuert bei der Armee in Deutschland (im 4. Corps Rosenberg) eingetheilt, focht das Regiment bei Dinzlingen (Abensberg), Eggmühl, dann mit Auszeichnung bei Aspem und Wagram. Die Grenadiere (Bataillon Legrand) bei Hausen, Aspern und Wagram gefochten.