Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 2. (1898)

Aufgelöste Fuss-Truppen - I. Infanterie-Regimenter (Regimenter zu Fuss)

— 239 — .Kaunitz. 1778—1779 standen das Leib-Bataillon und die Grenadiere (Bataillon Fuhrmann) bei der Haupt-Armee in Böhmen. Württemberg. 1789—1790 nahm das Regiment thätigen Antheil an der Unterdrückung des Aufstandes in den Niederlanden und fochten Ab­theilungen desselben bei Cense-du-Haut, Anseremme, Falmagne, Blaimont und Assesse. Die Grenadiere (Bataillon Vanier) sich bei Assesse ausgezeichnet. Regiments-Commandant Oberst Bleckhem, Oberstlieutenant Rousseau und Hauptmann Vicomte de Blois sich hervorgethan. 1792 focht das Regiment (Leib- und Oberst-Bataillon) bei Quiévrain und Bavay, die Grenadiere (Bataillon Rousseau) bei Bavay und Jemappes. 1793 war das Regiment in der Schlacht bei Neerwinden, kam dann zur Einschliessung von Condé, wo es in dem Gefechte bei Vicogne die feindlichen Verschanzungen mit Bravour erstürmte; dann Schlacht bei Famars, in welcher Regiments-Commandant Oberst Graf Gontreuil sich den MTO. erwarb; endlich vor Maubeuge (Wattignies); die Grenadiere an den gleichen Affairen th eilgenomm en. 1794 betbeiligte sich das Regiment an den Kämpfen vor Landrecies und erlitt bei Hooglede grosse Verluste; das 3. Bataillon stand in Luxemburg; die Grenadiere, welche gleichfalls vor Landrecies gestanden, kamen dann nach le Quesnoy, wo das Bataillon Rousseau in Folge Capitulation in Kriegs­gefangenschaft gerieth. Das 3. Bataillon nahm an der heldenmüthigen neun­monatlichen Vertheidigung von Luxemburg theil und gerieth nach dem Falle dieser Festung 1795 ebenfalls in Kriegsgefangenschaft. Die beiden anderen Bataillone (des schwachen Standes wegen nur in ein Bataillon formiert) hatten sich bei Erstürmung der Verschanzungen von Ehrenbreitstem (Niederwerther Insel) ausgezeichnet; Major Soudain belobt. 1796 stand nur das 1. Bataillon auf dem Kriegs-Schauplatz am Rhein (das 2. und 3. wurde in Böhmen reorganisiert), Gefechte bei Friedberg, Arnberg, dann nicht mehr in das Feuer gekommen. 1797 das erste Bataillon und Grenadiere (reorganisiert) im Corps Werneck an der Lahn. 1799 standen wieder nur das Leib-Bataillon und die Grenadiere (Bataillon Soudain) auf dem Kriegs-Schauplatze in Tyrol und waren diese Abtheilungen in den Gefechten bei Täufers, Schluderns, dann bei der Vorrückung in das Engadin-Thal, wo selbe sich unter Oberst Rousseau bei Schuls hervor­gethan. Später auf den Kriegs-Schauplatz nach Italien zurück, kam das Bataillon als Besatzung nach Alessandria1); die Grenadiere an der Trebbia, bei Novi, Savigliano, Mondovi, wo sie sich sehr auszeichneten, gefochten. 1790 standen das nunmehrige 1. u. 2. Bataillon bei der Armee in Deutsch­land und fochten bei Engen und Möskirch, Biberach, Memmingen, endlich in der Schlacht bei Hohenlinden mit sehr bedeutendem Verluste. Die Grenadiere (Bataillon deLigne) bei Engen gefochten, bei Hohenlinden versprengt, grösstentheils gefangen. 1805 standen das 1., 2. und 4. Bataillon in Deutschland (Corps Werneck), fochten bei Jungingen und geriethen durch die Capitulation von Trochtel- fingen in Kriegsgefangenschaft; das 3. Bataillon machte die Schlacht bei Austerlitz mit, wo ein grosser Theil ebenfalls gefangen wurde. Das Grenadier- Bataillon im Corps Kienmayer (Merveldt) bei Wertingen, Neuhaus und Mariazell gekämpft, gleichfalls viel verloren. Major de Wautier sich bei Jungingen ausgezeichnet. 1809 mit zwei Bataillonen im 3. Corps (Hohenzollern) eingetheilt, focht das Regiment mit bedeutenden Verlusten bei Hausen und Eggmühl; später in das Corps Kolowrat übersetzt, verblieb es in Ober-Oesterreich, wo es die Gefechte bei Urfahr-Linz mitmachte. *) *) Dieses Bataillon trat im November in den Verband des neu a nfge stellten 63. In­fanterie-Regiments.

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