Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)

Die Fuss-Truppen - II. Die Jäger-Truppe - Entwickelung und innere Organisation

— 634 ­Diesen Detachements oblag, sowie dem Depot-Bataillon des Kaiser- J äger-Regiments1), dieEvidenttührung der Urlauber, dieVermittlung desUrlauber- Wechsels, dann die Verwaltung und Verrechnung der Augnientations-Vorrätbe. Der Standort dieser Detachements wurde fallweise bestimmt, hatte jedoch principiell in dem Bereiche jenes Werb-(Ergänzungs-)Bezirks gelegen zu sein, aus welchem das Bataillon seine Recruten erhielt* 2 *); doch wurde in späteren Jahren, insbesondere 1860 und 1867 bei der Reorganisierung einiger Bataillone, beziehungsweise Ueberweisung derselben an andere Ergänzungs-Bezirke, hie­von Abstand genommen und solche Abtheilungen waren vielfach ausserhalb desselben, ja selbst ausserhalb der betreffenden Provinz dislociert. 1851 wurden bei allen Bataillonen der Jäger - Truppe die Bataillons- Musiken mit dem Stande von 24 Mann systemiert; der Kapellmeister hatte auf den Stand des Bataillons zu zählen (Bataillons-Hornist®). Alle von 1849—1859 für die Infanterie erflossenen Adjustierungs- Aenderungen (Einführung der Waffenröcke, Distinctionszeichen u. s. w.) betrafen in gleicher Weise die Jäger-Truppe, ebenso die Aenderungen in der Benennung einzelner Chargen (Hauptmann 2. Classe statt Capitain-Lieutenant, Hornist statt Trompeter). 1850 wurden Kammerbüchsen für Spitzgeschosse (welche an Stelle der bisherigen Rundkugeln traten) eingeführt, Kugel und Pulverladung nunmehr in eine Patrone vereint. Die Bewaffnung der Unterofficiere und Stutzen-Jäger blieb unverändert. 1855 erfolgte die Betheilung der gesammten Jäger-Truppe mit den ge­zogenen „Gewehren System Lorenz”, gegen Abgabe der Kammerbüchsen und Jäger-Stutzen. Zwei Dritttheile der Mannschaft wurden wieder mit den sogenannten „Vorderlader-Jäger-Stutzen” (Absehen bis 900 Schritte) betheilt; die Unter­officiere und das 3. Glied mit den „Dorn-Stutzen” dieses Systems (Schlitten- Visier auf 1200 Schritte). Zu ersteren gehörte ein Hau-Bajonnett, bei letzteren blieben die bis­herigen Bajonnette der Jäger-Stutzen im Gebrauche. Da der Dorn schwierig zu reinigen war, auch die Treffsicherheit durch denselben nicht verlässlich erhöht wurde, wurden diese Dorne später aus allen Dorn-Stutzen entfernt, wonach sich diese vom Jäger-Stutzen nur durch das verschiedene Visier unterschieden. Gleichzeitig wurden die Pulverhörner abgelegt. Der Ladstock war bei diesen Jäger-Gewehren vollständig vom Gewehr getrennt, wurde daher nunmehr von der gesammten Mannschaft in der früher nur für den Stutzen-Jäger vorgeschriebenen Weise am Patrontaschen-Biemen angehängt getragen, von 1860 an jedoch nicht mehr am Patrontaschen- Kasten, sondern in einer an der vorderen schmalen Seite der Bajonnett-Tasche angenähten, ledernen Hülse befestigt. 1859—1866. Mit 7. April 1859 wurden organisationsgemäss die Depot-Compagnien bei den Peld-Jäger-Bataillonen aufgestellt, nach Beendigung des Feldzuges aber erneuert auf Detachements herabgesetzt. Mit Allerhöchster Entschliessung vom 13. Mai wurde aus den dritten Divisionen der solche noch im Stande führenden Feld-Jäger-Bataillone Nr. 8, 11, 23, 24 und 25 fünf neue Bataillone mit den Nummern 26—30 auf­gestellt, welche mit den Stamm-Bataillonen eine gemeinschaftliche Depöt- Compagnie behielten4). *) Bei diesem Depot-Bataillon hatte alljährlich die Waffenübung für die Urlauber in analoger Weise, wie solche für die im Ergänzungs-Bezirk verlegten Bataillone der Linien- Infanterie-Begimenter vorgeschrieben ist, stattzufinden. 2) Bisher waren die Depöt-Compagnien nur in der betreffenden Provinz stationiert. Vor dem Jahre 1848 hatte das Kaiser-Jäger-Begiment eine eigene Begiments- Musik, ebenso die meisten Feld-Jäger-Bataillone ein sogenanntes: ,,Trompeter-Corps”, aus eigenen Mitteln erhalten. J) Die Cadres für eine neu aufzustellende 4. Division waren ebenfalls von diesen Bataillonen abzugeben.

Next

/
Oldalképek
Tartalom