Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)
Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.
— 505 — Regiments-Commandant Oberst Strauch, die Hauptleute Franz Graf Brigido (gefallen), Carl Kaibel und Oberlieutenant Moriz Freiherr von Kavanagh im Armee-Befehle belobt, Letzterer aussertourlich befördert. Regiments-Inhaber FML. Baron Bianchi sich bei Leipzig den MTO. (CK.) erworben. Die Grenadiere (Bataillon de Best) in der Donau-Armee bei Hanau mit Auszeichnung gefochten, Hauptmann Sourdeau de Chin sich hei-vorgethan. 1814 fochten dieselben, nach Italien gerückt, mit Standhaftigkeit in der Schlacht am Mincio, zwei Compagnien des zu den Blockade-Truppen vor Mantua gehörenden Regiments bei Castellaro. 1815 bis Schlettstadt vorgerückt, kam das Regiment nicht in das Feuer. Regiments-Inhaber FML. Bianchi für Auszeichnung in Italien das Grosskreuz des EKO., Oberstlieutenant, Commandant eines Grenadier-Bataillons, Stanislaus de Best für Auszeichnung bei Hanau und am Mincio den LO. erhalten. 1848 hatten das 1. und 2. Bataillon, beim Corps Puchner in Siebenbürgen eingetheilt, Gelegenheit, ihren guten patriotischen Geist, sowie in den einzelnen Affairen ihre Tapferkeit erneuert an den Tag zu legen; so eine Compagnie bei Hétur, acht Compagnien bei Maros-Vásárhely; einzelne Detachements nahmen an dem Streifzuge des Rittmeisters von der Heydte theil (Gefechte bei Köpisch und Felső-Rákos), das 1. Bataillon in der Colonne Stutterheim in dem Gefechte bei Marienburg sich ausgezeichnet, endlich einzelne Abtheilungen bei Tartlau. Das 2. Bataillon an der Verproviantierung von Arad (Gefecht am 14. December) theilgenommen, dann nach Siebenbürgen zurück. Das 3. Bataillon (vier Compagnien) aus Galizien nach Schlesien gerückt, in der Colonne Götz den Jablunka-Pass überschritten. Das 1. Landwehr-Bataillon wirkte anlässlich der October-Unruhen in Wien, dann bei Unterwerfung der Residenz durch FM. Fürst Windisch-Graetz mit, war in dem Treffen bei Schwechat, dann als Besatzung in Wien. Die Grenadiere (Bataillon Kopystynski) an der Unterdrückung des Aufstandes in Lemberg betheiligt. 1849 nahm das Regiment, beziehungsweise Abtheilungen des 1. und 2. Bataillons, an den Gefechten (Schlachten) bei Szökefalva, Hermannstadt, Stolzen- burg, Gross-Scheuern (nur eine Compagnie), Salzburg (hier das von Hauptmann Véver commandierte 2. Bataillon1) sich sehr hervorgethan), Broos und Piski theil. Bei dem späteren Rückzuge zeichneten sich zwei Compagnien durch standhaften Wiederstand bei Alvincz aus. Das Regiment focht sodann bei Klein-Köpisch, Mediasch und Zeiden (3. Bataillon), machte den Rückzug in die Walachei, sowie die erneuerte Offensive* 2) mit den Gefechten bei Szemerja und Bukszád mit; die 10. Compagnie an der Vertheidigung von Carlsburg und dem Ueberfalle auf Mühlenbach ehrenvollen Antheil genommen. Von den übrigen Abtheilungen des Regiments hat das 3. Bataillon die Gefechte bei Sillein, Turcsek, IQuknó, Waitzen, die Schlacht bei Nagy-Sarló mitgmacht; bei Raab nicht in das Feuer gekommen, blieb das Bataillon eine Zeit lang in Raab und kam im August zur Cernierung von Komorn. Das 4. Bataillon war zuerst in der Bukowina, ohne Gefecht, dann bei der Vertheidigungs-Instandsetzung des Passes von Delatyn verwendet, später im Corps Vogl an die Waag gerückt, wo es einen Theil der Mannschaft zur Ergänzung des 3. Bataillons abgab, der Rest in den Werb-Bezirk zurückkehrte. Von dem in Oedenburg stehenden Landwehr-Bataillon wurden im Juni zwei Divisionen zur Aufgreifung einer aus Saaz entlaufenen Abtheilung von Palatinal- Husaren nach Steyermark detachiert, was auch nach einem Zusammenstosse bei St. Michael gelang. Die Grenadiere standen in Wien. Für Auszeichnung in diesen beiden Feldzügen wurden decoriert mit: MTO. Hauptmann Carl Ritter von Véver; Oberlieutenant Johann Herle, der Artillerie zugetheilt, später ganz in diese Waffe transferiert, 3) Die eilf Compagnien des Regiments wurden seit Mitte Januar in drei Bataillone formiert; eine Compagnie (die 10.) stand in Carlsburg. 2) Nunmehr wieder in zwei Bataillone formiert.