Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)
Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.
— 496 — 1684 war es in dem Treffen bei "Waitzen und bei der Belagerung von Ofen. 1685 bei jener von Neuhäusel und in der Schlacht bei Gran. 1686 Erstürmung von Ofen, dann Einnahme von Fünfkirchen und Siklós; 1687 focht das Regiment in der Schlacht am Berge Harsány und 1688 bei der Belagerung und Erstürmung von Belgrad mit Auszeichnung. 1689 an den Rhein gesendet, kam es zu der Belagerung von Maynz, später zu jener von Bonn und machte 1690 einige kleinere Gefechte in der Nähe von Philippsburg mit. 1691 nach Ungarn zurückverlegt, nahm es an der siegreichen Schlacht von Szlankamen hervorragenden Antheil, erlitt aber bedeutende Verluste und kam sodann zu der Belagerung von Grosswardein. 1692 stand das Begiment in Nieder-Ungarn und -war 1693 bei der Belagerung und Einahme von Belgrad. 1694—1695 war es -wieder in Nieder-Ungarn, Lager vor Peterwardein, ohne an einer Action theilzunehmen. 1696 stand es bei der Belageruug von Temesvár und in der Schlacht bei Olasch, in welcher es grosse Verluste erlitt. 1697 focht das Begiment mit Auszeichnung in der Schlacht bei Zenta und erhielt der Regiments-Commandant Obristlieutenant Baron Kriechb aum ein kaiserliches „Dankschreiben”. Kriechbaum. 1701 stand das Regiment mit drei Bataillonen und den Grenadieren bei der Armee in Italien und focht bei Carpi und Chiari, wo ein Bataillon unter Obristwachtmeister de Wendt viel zum Siege beitrug: 1702 waren Abtheilungen bei dem Ueberfalle auf Cremona, das Begiment in der Schlacht bei Luzzara; ein Bataillon (unter Ohristwachtmeister de Wendt), tapfere Vertheidigung von Brescello (bis 26. Juli 1703), ein Detachement in jener von Guastalla. 1703 war das Begiment bei dem Ueberfalle auf Finale di Modena und rückte dann unter Starhemberg nach Piemont. 1704 standen Theile des Regiments in Ivrea, das Regiment im festen Lager von Verrua (Vertheidigung desselben bis April 1705). Die Grenadiere waren in dem Gefechte bei Trino (Bumissano), ein zumeist aus Ergänzungs-Mannschaft formiertes Bataillon, für Italien bestimmt, auf den Kriegs-Schauplatz nach Ungarn gezogen, am Vlar-Passe, bei Smolenice und Tyrnau gefochten. 17Ö5 stand ein neu formiertes Bataillon in der Lombardié und focht bei Cassano d’Adda. Das seines herabgesunkenen Standes wegen nur in ein Bataillon formierte Begiment kam zur Vertheidigung des Brückenkopfes von Chivasso, dann nach Turin. 1706 waren zwei Bataillone bei der Armee des Prinzen Eugen bei der Einnahme von Beggio und in der Entsatzschlacht vor Turin, die anderen Abtheilungen nahmen an der ruhmvollen Vertheidigung dieser Festung theil; das nunmehr vereinigte Regiment später bei der Belagerung und Einnahme von Casale. 1707 war das Begiment bei dem Zuge in die Provence und der Einnahme von Susa. 1708—1711 machte es die Feldzüge in Savoyen und im Dauphiné mit und zeichneten sich 1708 zwei Compagnien unter Hauptmann Otto Graf Hohenfeld in dem Gefechte bei Césanne aus Wachtendonck. 1712 eine Compagnie bei der Expedition gegen die toscanischen Küstenplätze, Einnahme von Porto Ercole. 1713 an den Rhein gezogen, standen ein Bataillon und die Grenadiere als Besatzung in Freiburg und zeichneten sich Obristwachtmeister Joseph Graf Katzianer, Hauptmann Hatton als Commandant der Redoute „Salz- büchsle” und Hauptmann Baron Wachtendonck während der Vertheidigung dieser Festung aus: ein Bataillon Vorposten-Gefecht am Feld-Berg. Königsegg. 1734 mit vier Bataillonen und zwei Grenadier-Compagnien bei der Armee in Italien eingetheilt, focht das Regiment bei Colomo, Parma Quistello und Guastalla, ein Detachement Vertheidigung von Mirandola. 1735 war es in dem Gefechte bei Masi.