Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)
Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.
- 193 — 1706/1707 theils an der Raab, theils an der Waag postiert, ohne Gefecht. 1708 auch eine Grenadier-Compagnie auf den Kriegs-Schauplatz gerückt und waren diese Abtheilungen 1709 in keiner grösseren Action. 1710 kamen dieselben zu der Belagerung von Neuhäusel, dann zu jener von Erlau. 1712 ein Bataillon und eine Grenadier-Compagnie auf den Kriegsschauplatz in die Niederlande gesendet, kamen zu der Belagerung von le Quesnoy. 1713 an den Rhein gerückt, standen diese Abtheilungen im Schwarz - wald, ohne in das Gefecht zu kommen und rückten im April 1714 zum Regimente nach Schlesien. 1716 abermals ein Bataillon auf dem Kriegs-Schauplatz in Ungarn, die Schlacht von Peterwardein, dann die Belagerung und Erstürmung von Temesvár (Palánka) mitgemacht. Wilczek. 1717 vor Belgrad stehend, kam es in dortiger Schlacht nicht zur Action. Obristwachtmeister Herlenval des Regiments mit einer aus Commandierten verschiedener Regimenter zusammengesetzten Besatzung von bei 1000 Mann die Feste Mehadia durch vier Tage gegen ein türkisches Corps von 25.000 Mann standhaft vertheidigt (wurde zum Obristlieutenant befördert). 1733 ein Bataillon und eine Grenadier-Compagnie im Lager bei Glogau, ein 1734 nach Italien gerücktes Bataillon, sowie eine Grenadier-Compagnie bei Colorno, bei Parma und Quistello unter dem Regiments-Commandanten Obrist Baron Lindesheimb mit Auszeichnung gefochten; bei S. Benedetto an der Gefangennahme von 4000 Piemontesen mitgewirkt; bei Guastalla grosse Verluste erlitten. 1735 noch zwei Bataillone als Verstärkung nach Italien nachgerückt, kamen jedoch, sowie das erste, zu keiner Action. 1737 zwei Bataillone und eine Grenadier-Compagnie auf dem Kriegsschauplätze in Serbien, hievon eines mit Auszeichnung in dem Treffen bei Radujevac und dem Rückzugs-Gefechte bei Sip gefochten, das andere an der Save ohne Gefecht. 1738 ein Bataillon und die Grenadiere in den Treffen bei Kornia und Mehadia, das andere Vertheidigung und Capitulation von Orsova. Hasslingen, dann Franz Wallis. 1739 ein Bataillon in der Vertheidigung von Belgrad. 1741 geriethen durch den Einfall der Preussen in Schlesien, in Brieg zwei Bataillone in Kriegsgefangenschaft (Verpflichtung zwei Jahre nicht gegen Preussen zu dienen), ebenso in Glogau vier Compagnien, endlich das 3. Bataillon in Prag. 1742 lag das Regiment zur Reorganisation in Budweis und nahm nur eine dem Regimente Bottá (Nr. 12) zugetheilte Grenadier - Compagnie an den kriegerischen Ereignissen dieses Jahres theil. Vom Regiments war nur eine kleine Abtheilung bei der Blockade von Schloss Frauenberg; Lieutenant Tannenberg sich in einem hiebei vorgefallenen Scharmützel ausgezeichnet. 1743 ein Bataillon, eine Grenadier-Compagnie bei der Belagerung von Ingolstadt, dann an den Rhein nachgerückt. (1744—1745 lag das Regiment in Ungarn.) 1746 zwei Bataillone auf dem Kriegs-Schauplatze in Italien, in der Schlacht bei Rottofreno mit Auszeichnung gefochten; dann bei Forcierung der Bocchetta, Vorrückung auf Genua; später machte das Regiment (das 3. Bataillon und die Grenadiere waren nach Italien nachgerückt) den Zug in die Provence mit. 1747 ein Bataillon bei der vergeblichen Belagerung von Genua, die anderen Abtheilungen am Var, später an der Riviera. 1756 zwei Bataillone, zwei Grenadier-Compagnien in der Schlacht bei Lobositz. Geschichte der k. und k. Wehrmacht. I. Bd. 13