Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)
Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.
— 170 — In diesem, für das Regiment so ehrenvollen Feldzug, haben sich insbesondere der Regiments-Commandant Oberst Schröckinger, dann die Majore Max von Motschlitz und Freiherrr von Koseritz, welche beide zu Oberstlieutenants befördert wurden, ausgezeichnet. 1800 gerieth ein grosser Theil des Regiments (Brigade Ulm), in der Stellung S. Giacomo-Settepanni (11. April) von Uebermacht umzingelt, nach tapferer Gegenwehr in Kriegsgefangenschaft. Die Grenadiere (Bataillon Piret) sich in den folgenden Kämpfen bei S. Giacomo ausgezeichnet, ebenso der Rest des Regiments unter Major Van Roy in den Kämpfen auf dem Monte Alto. Diese Abtheilungen nahmen dann an dem Gefechte am Monte Cesio, der Vorrückung in die Provence, Gefechte am Var, theil und gerieth der Rest des Regiments auf dem Rückzuge nach Piemont bei la Pietra, nach vergeblichen Versuchen, sich durchzuschlagen, ebenfalls in Gefangenschaft, Die Grenadiere, welche am Rückzuge in einer anderen Colonne ein- getheilt, wenig verloren, fochten bei Marengo und Pozzolo; an der letztgenannten Schlacht hatte auch ein reorganisiertes Bataillon (dem Infanterie- Regiment vacat Wallis Nr. 11 zugetheilt) theilgenommen. Der Commandant dieses Bataillons, Hauptmann Freiherr von Stutterheim, sich durch vorzügliche Führung desselben ausgezeichnet (sich nach der Schlacht mit demselben nach Tyrol durchgeschlagen). Erzherzog Ludwig. 1805 stand das Regiment mit vier Bataillonen (dem 2., 3. und 4. Feld-, sowie dem Grenadier-Bataillon), bei der Armee in Deutschland. Letzteres wurde in dem Gefechte bei Wertingen nach tapferer Gegenwehr aufgerieben, von den übrigen gerieth ein grosser Theil des 3. Bataillons in dem Gefechte bei Jungingen (Haslach), die übrigen, die auch bei Elchingen gefochten, durch die Capitulation von Ulm in Krigsgefangenschaft. Regiments - Caplan Marian Emmering erhielt für hervorragende Leistungen das GVK. pro piis meritis. Das 1. Bataillon, unter seinem Commandanten Oberstlieutenant Freiherrn Robert von Swinburne, den Scharnitz-Pass gegen einen grossen Theil des Corps Ney heldenmüthig vertheicligt, unterlag schliesslich der Uebermacht und wurde ebenfalls kriegsgefangen. Oberstlieutenant Swinburne, dessen Tapferkeit vom Marschall Ney durch Belassung des Degens geehrt wurde, erhielt den MTO. Cadet Ronquille sich durch Rettung der Fahne ausgezeichnet, zum Lieutenant befördert. 1809 mit drei Bataillonen auf dem Kriegs-Schauplatz in Deutschland (4. Corps Rosenberg), war das Regiment in den Gefechten bei Dinzling, Leuchling und Eggmühl. In der Schlacht bei Aspern widerstand das 3. Bataillon unter Oberstlieutenant Carl Freiherm von Fürstenwärther den Angriffen eines ganzen Cürassier-Regiments, welches hiebei grosse Verluste erlitt; das Regiment am 22. Mai an den Kämpfen um Esslingen ehrenvollen Antheil genommen; in der Schlacht bei Wagram zeichnete sich dasselbe in den Kämpfen um Glinzendorf und Markgrafen-Neusiedel erneuert aus. . Die Grenadiere (Bataillon Mayblümel) bei Aspern, Wagram und Znaym gefochten. Hauptmann Laurenz Kunz erwarb sich bei Glinzendorf den MIO. 1813 war das Regiment (zwei Bataillone) in der Schlacht bei Dresden, dann dem Gefechte bei Augusten bürg a. d. Flöha; während der Schlachttage von Leipzig stand es zur Sicherung der Saale-Uebergänge bei Naumburg-Weissen- fels, später das 2. Bataillon sich bei Kosen ausgezeichnet, das Régiment bei Hochheim. Die Grenadiere (Bataillon Jurissich) bei der Donau-Armee, Schlacht bei Hanau. 1814 in der Schlacht bei Brienne zeichnete sich besonders das 3. Bataillon unter Major Fössl aus (er wurde aussertourlich zum Oberstlieutenant