Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)

Custine's Einbruch in Deutschland - Massnahmen der Verbündeten gegen Custine's weiteres Vordringen. Treffen an der Lahn. Custine's Versuche in Politik

68 Christen. mit 2 Eseadronen, einem Bataillon, dem Jägercorps und der leichten Infanterie) vor, besetzte Wetzberg, Gleiberg, Grofdorf und stellte die Verbindung mit den Darmstädtischen Truppen (7 Bataillone, 3 Eseadronen) bei Giessen her. Landgraf Wilhelm IX. benützte die Zeit, um seine Truppen vollkommen schlagfertig zu machen. Am 25. November marschierte auf Befehl Braunschweigs das ganze hessische Corps in die Gegend von Giessen, um sich da mit dem preussischen Corps Kalkreuth zu vereinigen. Als die Hessen am 4. November Coblenz verhessen, über­nahm das Corps Kalkreuth (die eben in Coblenz eingetroffene preussische Avantgarde) den Schutz der Stadt.1) Am 7. November, da der erste preussische Staffel Coblenz bald erreichen musste, liess Kalkreuth die seit 2. November nur durch Cavallerie beob­achteten Lahn-Uebergänge: Niederlahnstein, Nassau und Dietz mit je einem, am 8. Limburg mit zwei Bataillonen (700 Mann) besetzen. Custine, von der Rückkehr der Hessen und Preussen benach­richtigt, hatte beschlossen, gegen deren vermeintliche Cantonnements an der Lahn eine „grosse Demonstration“ auszuführen, welche die Feinde über seine Stärke täuschen sollte. Er versammelte hiezu seine Truppen bei Königstein und war von hier (am 2.?) auf­gebrochen; er selbst mit einer Colonne gegen Weilburg, Oberst Houchard mit einer zweiten gegen Limburg.2) 0 Moniteur, S. 1361. 2) Nach Tableau historique, II., 173 sandte General Custine am 7. No­vember — auf Vorstellung einiger Officiere seines Stabes — den Obersten Houchard, der alle vorgeschobenen Detachements unter sein Commando vereinen und an sich ziehen sollte, nach Limburg; befahl zur selben Zeit dem General Meunier (nach Clmquet Munnier) „mit einigen Truppen“ der Lahn sich zu nähern, um Houchard zu unterstüten. Diese beiden Commandanten hatten damals 9000 bis 10X00 Mann unter ihren Befehlen. Zur selben Zeit stand zur Beobachtung der Oesterreicher auf dem linken Eheinufer, an der Nahe, ein französisches Corps (von Custine’s Truppen). Bergen, Friedberg, Nauheim und mehrere andere Cantonnements wurden von den Franzosen geräumt; selbst aus Frankreich zog er Truppen in die Gegend von Königstein. Custine selbst, mit General Neuvinger und 9000 Mann, welche durch die aus den verschiedenen Cantonnements bei Königstein zusammengezogenen Truppen auf 12.000 Mann gebracht wurden, marschierte am 7. November von Mainz nach Königstein in ein Lager und liess von dort aus die

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