Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)
Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - IV. Correspondenz
und Generallieutenants Raimund Fürsten Hontecuccoli 267 schlage, die jeder deutsche Fürst eventuellenfalls dem Kaiser zur Verfügung zu stellen habe; es gehe jedoch sehr langsam vorwärts, in Folge der Verschiedenheit der Interessen, Zwecke und Ziele. Auch die Herzogin Laura von Modena und die Erzherzogin Isabella Clara, Herzogin von Mantua,1) empfahlen in zwei Briefen, 5. Juli und 3. Nov. 1669, den Grafen Albert Caprara, beziehungsweise den sergente maggiore Carl Furlani, seinem Wohlwollen. 1670. Im Jahre 1670 hatte Montecuccoli, wie seine Biographen erzählen, den ehrenvollen Auftrag erhalten, die Schwester des Kaisers und Braut des Polenkönigs, Erzherzogin Eleonore, nach Polen zu geleiten; leider sind darüber in seinem Nachlasse keine Aufzeichnungen hinterlassen: nur in einem seiner Briefe an den Marquis Julius Montecuccoli-Polinago, Wien, 22. März, wird erwähnt, dass er kürzlich von Polen zurückgekehrt sei. Nichtsdestoweniger bietet seine Correspondenz dieses Jahres biographisch Vieles, besonders was die Abstammung und frühere Geschichte des Hauses Montecuccoli betrifft; * 2) er hatte sich nicht nur mit allen Familienmitgliedern in Verbindung gesetzt, sondern auch in den verschiedensten Archiven Italiens 3) in dieser Richtung nachforschen lassen und wie er in einem Briefe an Canonicus Gandolfi in Venedig. Wien, 14. Sept., erwähnt, nicht um eine Geschichte des Hauses zu schreiben, sondern um alle Rechte, Privilegien etc. desselben wieder aufzufrischen und vom Kaiser bestätigen zu lassen; dass er hiebei persönlich schon an die Verleihung des Fürstcntitels dachte, scheint naheliegend. Das uralte Herkommen des Hauses der Montecuccoli und seine Geschichte ist in dem kaiserlichen Erhebungsdecret seines Sohnes in den Reichsfürstenstand genauestens angeführt und muss wohl angenommen werden, dass es schon vom Vater her gelegentlich seiner wiederholten Bitten um diese Erhebung, dem Kaiser bekannt geworden sein mag. *) Witwe des Herzogs Carl IH. von Nevers-Mantua (j- 1665), lebte später im Kloster. (1671—85.) 2) Kr. A., Mém. XXVIII. 270. 3) Bologna, Ferrara, Mirandola ete.