Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)

Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - IV. Correspondenz

und Generallieutenants Kainmnd Fürsten Montecuccoli. 255 jestät ausstellig bemerkt wurde, dass er, als in kaiserlichen Dien­sten stehend, von fremden Fürsten Aufträge entgegennehme; dies bezieht sich wieder jedenfalls auf einen, von Montecuccoli’s Hand in Abschrift erhaltenen Brief des Herzogs an den Kaiser de dato Modena, 5. März, in welchem dessen Intervention für das von Montecuccoli mündlich Vorgebrachte nachgesucht wird; es wird sich hiebei wohl um Coreggio, beziehungsweise um den Friedens­schluss zwischen Spanien und Modena gehandelt haben. Ein abschriftlicher Auszug aus diesen Friedensbedingungen, ohne Datum, scheinbar als Beilage zu einem Briefe gehörend, ist erhalten, betitelt: „Ristretto delle capitolazioni della pace tra Spagna e Serenissimo di Modena“; ebenso zwei Abschriften seiner Hand von Beglückwünschungsschreiben des Herzogs an den Kaiser und den Römischen König, zur erfolgten Krönung de dato Modena, 5. Juni 1653, sowie ein Original-Brief des Herzogs von Amalfi (Piccolomini) an den Grafen Trautmannsdorf (Obersthofmeister) und die Copie eines solchen an den Kaiser de dato Nürnberg, 28. März 1650, in welchem Montecuccoli’s Verdienste einer Würdigung und Belohnung empfohlen werden. (Kr. A., Mém. XXVIII. 236.) Prinz Matthias von Toscana ersucht wieder in einem Briefe de dato Florenz, 18. Juni 1652, dem Grossherzog einen guten Commandanten für seine Leibkürassiere zu verschaffen. Nicht ohne Interesse ist ein Brief Attonelli’s x) an Monte cuccoli de dato Madrid, 10. November 1651. (0. Kr. A., Mém. XXVIII. 238, italienisch.) Er zeigt, dass der General schon dazumal einer der einflussreichsten Rathgeber beim Hofe war ; wiewohl er dem poli­tischen Getriebe ziemlich ferne stand und activ in dasselbe ein­zugreifen strenge vermied, stand er mit seinen Sympathien bei den sich hart bekämpfenden spanischen und französischen Ein­flüssen, doch stets auf Seite der ersteren. Wie sein ganzes Leben, sein Sinnen und Trachten der Be­kämpfung der Türken galt, so wandte er sich begreiflicherweise auch von derjenigen Macht ab, die offen oder geheim als treibende Kraft hinter der Pforte stand, wo es galt, die Macht des Erz­hauses zu schmälern. J) Aus dem Inhalte scheint hervorzugehen, dass der Schreiber modenesischer Geschäftsträger in Madrid war.

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