Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)

Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - IV. Correspondenz

und Generallieutenants Raimund Pürsten Montecuccoli. 253 dass er sich jedenfalls den Befehlen Sr. kaiserlichen Majestät unterordnen werde, dass man aber von ihm nicht verlangen könne, dass er einer unsicheren Zukunft entgegengehe. Diese Bemerkung wird erklärt durch einen Brief des Erz­herzogs Leopold Wilhelm, de dato Brüssel, 10. Januar 1649 (Kr. A. 1649. I. 6, italienisch, theilweise Geheimschrift), aus welchem vor Allem hervorgeht, dass diese Berufung auf den Erzherzog, der Montecuccoli’s Tüchtigkeit schon zu wiederholtenmalen zu beob­achten Gelegenheit hatte, zurückzuführen ist und in welchem erwähnt wird, dass „Se. Katholische Majestät“ 1) die Patente nur für sechs Monate ertheile, sowie auch er nicht fix, sondern nur für diese Zeit ernannt sei; er müsste sich daher von Sr. kaiserlichen Majestät nur einen Urlaub erbitten, um jederzeit zurückkehren zu können; im Falle er jedoch selbst bleibe, verspreche er auch Montecuccoli seine Stelle aufzuheben.1 2) Waren diese Vorschläge auch an und für sich für einen Mann von Montecuccoli's Stellung gewiss nicht sehr verlockend, so mochte den Ausschlag wohl seine durch eine 23jährige Dienstzeit gekittete Anhänglichkeit an die kaiserliche Armee, und die Er­fahrungen, die er bei längerer Abwesenheit von derselben gesammelt hatte, gegeben haben — genug an dem, Montecuccoli blieb. In einem Briefe, de dato Sassuolo, 22. October 1649, ersucht der Herzog Franz von Este Montecuccoli, beim Kaiser inter­venieren zu wollen, damit ihm, gleich dem Herzog von Mantua, der Titel „Serenissimo“ gegeben werde. 1649—1653­Sowohl für die Zeitereignisse, als vom biographischen Stand- puncte bietet seine Correspondenz mit seinem Bruder, dem Jesuitenpater Maximilian, aus den Jahren 1649—53 zwar nicht vollständiges, aber doch immerhin beachtenswerthes Material. 3) (Kr. A., Mém. XXVIII. 237.) 1) Der übliche Titel für den König von Spanien. 2) Erzh. Leopold sagt, dass er vom Könige zwei Patente, als Gouverneur der Cavallerie und General der Cavallerie erbitten werde und könne sich dann Montecuccoli für eines der beiden entscheiden. 3) 47 Original-Briefe Montecuccoli’s an Pater Maximilian; 1649 (3), 1650 (7), 1651 (7), 1652 (13), 1653 (20), italienisch.

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