Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)
Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - III. Miscellen
und Generallieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli. 243 streift, gewiss ein interessantes Wahrzeichen der systematischen und rationellen Benützung menschlichen Wissens. Das ganze Buch ist von Montecuccoli’s Hand, wenn auch auf verschiedenem Papier und mit verschiedener Tinte, geschrieben; es ist mit Rücksicht auf die selten vorkommenden Correcturen auch leserlicher als seine Concepte, trägt jedoch unverkennbar den Charakter einer flüchtigen, nur für sich selbst bestimmten Abschrift; die Ungleichheit von Papier und Tinte deuten darauf hin, dass diese Arbeit jedenfalls auf einen längeren Zeitraum vertheilt war, ursprünglich aus losen Heften und Blättern bestand, welche (erst später zusammengefügt und paginiert) den ersten Theil bildeten, der erst im Verlaufe durch Anfügung des Index und des Verzeichnisses der benützten Werke, vervollständigt und gebunden, die heutige Gestalt annahm. Ueber die Abfassungszeit ist ein directer Nachweis nicht zu erbringen; als terminus a quo ist hiefür das Jahr 1650 anzunehmen, da die jüngsten der benützten Werke aus 1649 stammen; als terminus ad quem 1665, als Montecuccoli an sein grosses Werk „Deila guerra col Turco in Ungheria“ Hand anlegte, da die Benützung dieses Nachschlagebuehes bei demselben bestimmt feststeht. Mit viel Wahrscheinlichkeit lässt sich die obere Grenze noch bedeutend heruntersetzen, wenn man annimmt, dass während der Türkenkriege 1661—64 und während des polnischen Krieges 1657—60 seine Zeit und seine Gedanken nicht darnach angelegt gewesen sein mochten, sich mit derlei (seinem eigentlichen Berufe so weitabliegenden) Gegenständen zu befassen; auch während der Jahre 1654—56, die durch seine Reisen nach Schweden, nach Rom und die Angelegenheiten Cliristinen’s von Schweden viel in Anspruch genommen waren, dürfte er nicht daran gearbeitet haben. Ein Rückblick auf seine Werke lehrt uns auch, dass die bedeutenderen derselben durchwegs den Eriedensjahren ihre Entstehung verdanken; diese engere Grenze 1650—54 kann daher umso mehr als feststehend betrachtet werden, als sich diese mühevolle Arbeit auch sicherlich auf mehrere Jahre vertheilt haben mochte. Aeusserlich und innerlich lassen sich zwei Theile unterscheiden; der erste enthält den alphabetischen Index und anschliessend daran ein Verzeichniss der benützten Autoren, ist nicht paginiert und umfasst 65 beschriebene Seiten; er ist aber selbstverständlich der jüngere. 16*