Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. 79 Später wurde noch die Errichtung der 4. und Landwehr- Bataillone hei allen Infanterie-Regimentern, wo solche noch nicht bestanden, dann die Errichtung der Jäger-Depot-Compagnien und der Reserve-Escadronen vorbereitet. Zur Beschleunigung der Märsche hatten die marschierenden Truppen nur alle vierten Tage Rasttag, die Cavallerie und Artillerie sehr häufig Doppelmärsche zu machen. Wo nur immer möglich, war der Eisenbahn-Transport in Anwendung zu bringen. Zur Regelung der Truppenbeförderung auf der Bahn wurden in Wien, Laibach und Pardubitz Generalstabs- Officiere aufgestellt. So war es gelungen, die mobile Armee bis gegen Ende November manövrierbereit aufzustellen und den strategischen Aufmarsch zu beginnen. Am 27. November ergiengen hiezu die Verfügungen. Das 3. Corps hatte sich bei Teplitz, das 1. bei Böhmisch-Leipa derart zu concentrieren, dass sie sofort den Vormarsch gegen Dresden längs beiden Ufern der Elbe bewirken konnten. Das 9. Corps hatte in starken Märschen gegen Rumburg und Gabel, das 11. Corps gegen Nachod und Trautenau vorzurücken und in diesen Aufstellungen die weiteren Befehle abzuwarten. Die Bewachung der Grenze von Oesterreichisch - Schlesien und West- Galizien war dem 14. Corps übertragen. Als linker Flügel war das k. k. 4. Corps, die beiden bayerischen und das württembergische Corps gegen Hof dirigiert, welche Bewegung — wie oben schon gesagt — sofort anzutreten und mit aller Beschleunigung durchzuführen war, falls den nach Cassel vorrückenden Bundes-Truppen ein ernster Widerstand entgegengesetzt worden wäre. So waren denn alle Vorbereitungen getroffen, um mit einer Heeresmacht von nahezu 2Ö0.000 Mann offensiv und concentrisch gegen Berlin vorzubrechen. Ueberdies war auf die Mitwirkung einer bedeutenden Truppenmacht Russlands zu rechnen.*) *) Die Angabe in dem Werke: Unter Nikolaus I. und Friedrich Wilhelm IV. Briefe und Tagebuehbliitter aus den Jahren 1834—1875 von Theodor von Bern- hardi, pag. 59 (Leipzig, S. Hirzel 1893). Wahrscheinlicher austro-mssischer Operationsplan: die russische Hauptmacht sucht über Breslau in die Lausitz vor-