Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
74 Sack én. mehr die Aufgabe sei, sich sofort gemeinschaftlich mit dem bayerischen Corps in der Richtung gegen Hof zu bewegen. G. d. C. Fürst Taxis gab nun in einer Zuschrift vom 27. nähere Aufklärung: „Graf Thun theilt vom 25. aus Frankfurt mit, dass derselbe auf telegraphischem Wege von Wien die Nachricht erhalten habe, der kaiserliche Gesandte in Berlin sei angewiesen worden, die kgl. preussische Regierung aufzufordern, binnen 48 Stunden zu erklären, ob sie gesonnen sei, dem Vorrücken der Bundes-Truppen nach Cassel in den Weg zu treten und wenn dies nicht der Fall sei, allsogleich die entsprechenden Verhaltuugsbefehle an den GL. Grafen von der Grüben zu erlassen. Die Antwort wird am 29. in Frankfurt erwartet. Soeben trifft die Mittheilung von dem kaiserlichen Gesandten in Berlin dahier ein, nach welcher die Aussicht auf Erhaltung des Friedens im Abnehmen ist und uns daher anräth, auf unserer Hut zu sein.“ Ueber die Stellung und Stärke des k. preussischen Corps waren vielfach variierende, doch der Hauptsache nach richtige Nachrichten eingelangt. Dasselbe war durch das allmähliche Eintreffen der Reserven auf die Stärke von 26.300 Mann und 3300 Pferden gebracht worden. Für den Fall des Vorrückens des Corps Taxis ordnete GL. von der Groben folgende Sammelplätze zur Besetzung der Stellung Buttlar-Schenklengsfeld an: Brigade Döring bei Buttlar, Division Bonin bei Vacha, Division Radziwill bei Schenklengsfeld, Division Tietzen bei Hersfeld. Die Entscheidung über die Intervention in Kurhessen, sowie über die wichtigsten zwischen Wien und Berlin noch in Schwebe befindlichen Fragen sollte fallen. Diese Aufgabe ward den Vertrauensmännern der beiderseitigen Monarchen, dem kaiserlichen Minister Fürsten Felix Schwarzenberg und preussischen Minister von Manteuffel überwiesen und die persönliche Zusammenkunft derselben in Olmtitz für den 28. und 29. November beschlossen. Diese Verhandlungen sollten aber durch eine äusserst kräftige militärische, von Seite Oesterreich’s und des Bundes auszuübende