Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

70 Sacken. Oberst v. Henikstein, sich in das Hauptquartier des Fürsten Taxis zu verfügen, um die Unzulässigkeit der Ausführung seines Vor­schlages darzuthun und ihn gleichzeitig zu der Zustimmung zu vermögen, dass die k. k. Division als seine Keserve nach Fulda gezogen und dort möglichst concentriert belassen werde. Oberst Henikstein brachte die Zustimmung des Fürsten Taxis mit sich und die Marschbefehle an die Truppen zur weiteren Vorrückung waren bereits ausgegeben, als Nachricht von einer friedlicheren Wendung der Dinge eintraf. Am 13. Abends langte im Corps-Quartier der bayerische Generalstabs-Hauptmann von Klentze ein und überbrachte ein Schreiben des Fürsten Taxis, womit dieser bekannt gab, dass er in Folge einer vom Präsidenten der Bundes-Versammlung Grafen Thun an Graf Rechberg gelangten Aufforderung, seine beab­sichtigte Vorrückung einstweilen sistiere und nunmehr genöthigt sei, Fulda und einige noch südlicher gelegene Orte in seinem Cantonnierungs-Rayon zu behalten, wesshalb auch die Vorrückung der k. k. Truppen zu modificieren sei. Die Truppen des Corps blieben daher, abgesehen von einigen unbedeutenden Verschiebungen, in ihren Stellungen. Tags darauf erhielt FML. v. Legeditsch nachstehendes, die Sachlage vollständig klarlegendes Schreiben des Grafen Rechberg: Graf Rechberg an FML. von Legeditsch. Fulda, den 14. November 1850. „Seine Durchlaucht der Herr Fürst von Taxis haben Eure Excellenz schon gestern davon in Kenntniss gesetzt, dass wir die bestimmtesten Befehle erhalten haben, für jetzt nicht weiter vor­zugehen. Diese Befehle wurden heute Nachts abermals erneut. Ich habe die Ehre, im Anschlüsse die Abschrift einer tele­graphischen Depesche, die ich in dieser Beziehung von Wien und einer Depesche, die ich von dem k. k. geheimen Rath und Bundes-Präsidial-Gesandten Herrn Grafen von Thun*) erhalten habe, zu überreichen. In der letzteren werde ich aufgefordert, Euer *) Dieses Schriftstück enthält der Hauptsache nach dasselbe wie die Note des Grafen Eechberg.

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