Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Sehwarzenberg-Legeditse.h. 55 Hochwohlgeboren sogleicli in Kcnntniss zu setzen, uns ohne Zeit­verlust zu Hilfe kommen zu können.“ Sowohl dem G. d. C. Fürsten Taxis, als auch dem Grafen Rechberg wurde am 7. November in Beantwortung ihrer Schreiben bekannt gegeben, dass es den empfangenen Instruc­tionen entgegen sei. mit den k. k. Truppen in Kurhessen einzu­rücken; dass ferner diese noch nicht gesammelt seien und eine Vor­rückung eines Theiles derselben gegen Bischofsheim und Brückenau nicht räthlich erscheine. Sobald es die Umstände erlaubten, würden die Truppen indessen mehr nach Nordwesten vorgeschoben werden. Legeditsch berichtete indessen aus Bamberg nach Wien, am 7. November: „Fürst Taxis erwartet heute einen Zusammenstoss vor Fulda und bittet mich, eine starke Avantgarde gegen Bischofsheim vor­zuschieben. Er spricht von gemeinschaftlicher Intervention und Graf Rechberg verlangt Vorrückung nach Brückenau und nötkigen- falls Hilfe. Ich habe aber bisher nur den A. H. Befehl vom 31. Oc­tober. nach welchem ich den Forderungen nicht Folge leisten kann. Das Corps sammelt sich noch und auf 14 Meilen kann ich nicht detachieren. Doch poussiere ich etwas mehr gegen Schwein­fürth vor. Bitte um Befehle.“ Am 8. November langten zwei Telegramme ein; der end- giltige Befehl lautete: „Die Division hat bis auf Weiteres in Bamberg stehen zu bleiben.“ Rittmeister Prinz Max Fürstenberg wurde nun mit einem Schreiben an G. d. C. Fürsten Taxis gesendet, von welchem unter­dessen folgende Zuschrift eingelangt war: G. d. C. Fürst Thurn und Taxis an FML. v. Legeditsch. Hauptquartier Neuhof am 6. November 1850. Ich beehre mich, auf Euer Excellenz Schreiben vom Gestrigen und im Verfolge meiner Depesche vom 5. dieses ergebenst zu er- wiedern, dass die preussischen Truppen auch heute wieder etwas Terrain verloren haben. Insbesondere ist es mir gelungen, meine Vereinigung mit der 2. Division meines Armee-Corps herzustellen, so zwar, dass ich meine Operationsbasis verlegen und ich nunmehr mit dem Rücken meines ganzen Corps die bayerische Grenze in der Richtung gegen Bischofsheim und Hammelburg decken kann.

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