Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
52 Sacken. Benedek-Infanterie und die 12pfd. Batterie in Bamberg. Die Cavallerie und Reserven östlich und südöstlich von Bamberg im Landes- gerichts-Bezirk Schesslitz. Die Bequartierung und Verpflegung der Truppen war ungeachtet der Willfährigkeit der Behörden und Bewohner immerhin mit Schwierigkeiten verbunden, da das Land wohl gut culti- viert, die Bevölkerung aber eine verhältnissmässig zahlreiche war. Viel ungünstiger gestaltete sich dies im Falle eines Vormarsches gegen Fulda, wobei der breite Gürtel des rauhen, wenig besiedelten Rhön-Gebirges zu durchschreiten war. Das ganze hier in Betracht kommende Terrain umfasst das vielfach coupierte Hügel- und Bergland in den Quellengebieten der Saale, Fulda, Ulster und Werra, in welchem, wenn auch zahlreiche Communicationen vorhanden waren, die Bewegung der Truppen ausserhalb derselben, der vielen, oft tiefen Thaleinschnitte wegen schwierig und die Uebersicht wesentlich behindert ist. Ortschaften, auch grössere, sind zahlreich vorhanden, doch meist in den Thalgründen eingezwängt; die Bewohner wohlhabend, gebildet und von gutartigem Charakter. Sowohl der G. d. C. Fürst Taxis, als auch der Bundes- Commissär Graf Rechberg waren durch die bayrische Regierung von dem Eintreffen der k. k. Truppen in Bamberg verständigt worden und hatten, bevor noch das Schreiben des FML. v. Lege- ditsch durch Oberlieutenant Hüffern übergeben worden war, folgende Zuschriften an das k. k. Corps-Commando gesendet: G. d. C. Fürst Thurn und Taxis an FML. v. Legeditsch. Flieden, den 6. November 1850. „ln Folge telegraphischer Depesche vom 5. November habe die Ehre, gemeinschaftlich mit Ihrem Corps in Kurhessen zu intervenieren. Dieser Bestimmung gemäss beeile ich mich nun, Sie in Kenntniss zu setzen, dass ich am heutigen nach Fulda vorzugehen gedenke und das zwar mit meiner 1. Division auf der Hanauer und Fuldaer Strasse, mit der zweiten Division aber auf der Strasse von Brückenau nach Fulda; so zwar, dass ich ent-