Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
Das österreichische Corps Sehwarzenberg-Legeditscli. 45 Der Kaiser kam am 5. in Innsbruck an; am 6. und 7. fanden Ausrückungen und Visitationen statt: am 8. wurde die Reise nach Reutte fortgesetzt, wo bereits Fürst Felix Schwarzenberg eingetroffen war. Am 9. besichtigte Se. Majestät die bei und in Reutte dislocierten Truppen und reiste dann nach Hohenschwangau. Am 10. October um 4 Uhr Nachmittags erfolgte die Ankunft des Kaisers in Bregenz, wo nebst dem Fürsten Schwarzenberg der k. bayerische Minister von der Pfordten, der k. württembergische Minister v. Linden, der k. k. Gesandte des Bundestages Grat Rechberg, dann der österreichische Bevollmächtigte in Stuttgart Baron Handel, eingetroffen waren. Am 11. October kamen die Könige von Bayern und Württemberg nach Bregenz. Wegen ausserordentlich ungünstiger Witterung unterblieben die Empfangsfeierlichkeiten, sowie die geplante Ausrückung der Truppen. Am 13. verhessen die fremden Majestäten wieder Bregenz. Se. Majestät der Kaiser empfieng aber noch den aus Carlsruhe angekommenen Prinzen Friedrich von Baden, sowie den Com- mandanten GM. v. Cölln und eine Deputation der Garnison von Constanz. Am 15. trat auch Se. Majestät seine Rückreise über Innsbruck nach Wien an. Bald sollte auch das Observations-Corps in Erfahrung bringen, welche hochbedeutenden Folgen die Entrevue der Monarchen in Bregenz gehabt und wie für dasselbe nun auch endlich die Zeit des Handelns angebrochen sei. Das Corps Legeditsch in Deutschland vom October bis Ende December 1850. A. ln und bei Bamberg. Ein Jahr und vier Monate waren verflossen, seitdem die ersten Truppen des k. k. Observations-Corps an das Gestade des Bodensees und in die Berge Nord-Tyrols gelangt waren und noch war es zu keiner Action gekommen. Schon wehten kalte Stürme über die mit Neuschnee bedeckten ragenden Häupter und Hoch- thäler der Bergwelt und mahnten laut an den nahenden Winter. Schon hatte man sich mit dem Gedanken vertraut gemacht, wieder