Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
, Das österreichische Corps Sclnvarzenberg-Legeditsch. 43 Dinge nun auch in Baden zur Reife kommen und der Grossherzog seinem unheilvollen Systeme des Schwankens und Zauderns endlich entsagen, so liefert anderseits der nunmehr statthabende Ausmarsch der badischen Truppen in preussische Garnisonen einen neuen traurigen Beweis, wie weit entfernt man in diesem unglücklichen Lande noch ist, die wohlwollend dargebotene Hand Oesterreichs zu ergreifen und auf uns gestützt, den einzig noch möglichen Weg der Rettung zu betreten. Jedenfalls aber erscheint es als notliwendig, auf jede Eventualität gefasst zu sein und ich habe daher aus Euer Hochwohlgeboren oben erwähnten Berichten mit Befriedigung ersehen, dass die unter Ihren Befehlen stehenden Truppen vollkommen gerüstet sind, einem an sie ergehenden Rufe binnen kürzester Erist Folge zu leisten. Da die königl. bayerische Regierung bei einem allfälligen Transporte österreichischer Truppen über den Bodensee, von Lindau aus, denselben wesentliche Erleichterungen zu gewähren im Stande ist, so habe ich den kais. Gesandten in München beauftragt, diese Angelegenheit daselbst zur Sprache zu bringen. Das königliche Cabinet hat sich in Folge dieses Einschreitens auch bereit gezeigt, auf jede Art den Wünschen der kais. Militär- Behörden zu entsprechen, nur hat Minister von der Pfordten, mit welchem diesfalls Rücksprache gepflogen wurde, den Wunsch ausgesprochen, ihm genau die Art und Weise bezeichnen zu wollen, wie diese Mitwirkung der königl. Regierung am erspriess- lichsten eintreten könne. Er machte zugleich darauf aufmerksam, dass dieselbe zwar keine eigenen Schiffe zur Disposition habe, es ihr aber doch möglich wäre, schon im Voraus die nöthigen Anstalten zu treffen, um die Local-Behörden zu Lindau in Stand zu seüzen, auf Begehren ohne Zeitverlust die nöthigen Barken und Dampfschiffe zur Verfügung stellen zu können“. Zu einer Intervention in Baden kam es nicht. Ueberhaupt verlief der Sommer und Herbst 1850 ohne bemerkenswerthe Ereignisse beim Occupations-Corps und wäre nur der Inspicierung des Corps durch den Kriegsminister EML. Grafen Gyulai anfangs Mai, des Besuches der Königin von Württemberg in Bregenz am 12. August, endlich einer Inspections-Reise des Armee-Comman- danten Ende August, zu gedenken.