Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

Oberlieutenant Criste: Der Beitritt Oesterreichs zur Coalition im Jahre 1813

240 Criste. auf die Politik des Kaisers, die nur auf das Wohl des Staates und auf das seiner treuen Unterthanen gerichtet sei. 1) Gerade die Selbstlosigkeit aber, die man in Russland zur Schau trug, musste Misstrauen erregen. „Entweder die Erfolge haben den Charakter mehrerer Personen hier geändert“, schrieb Lebzeltern an Metternich, „oder sie sind schlau genug, ihr Spiel geschickt zu verdecken. Der Grundsatz: Alles für die Andern und nichts für mich, als das Wohl der Andern passt so gar nicht in unser Jahrhundert und er nimmt sich noch viel seltsamer aus in dem Munde von Leuten, die neulich noch die Devise führten: Alles für mich durch die Andern oder aut Kosten der Andern! Allerdings ist es wahr, dass sie uns anbieten, sie beim. Wort zu nehmen und dass sie sich nicht ver­hehlen können, dass, einmal wieder im Besitze unserer früheren Macht, fest verbunden mit Preussen und Deutschland, vom französischen Joch befreit, wir ihnen Gesetze dictieren können, wie es uns gefällt. Ach, Herr Graf, ich gäbe 20 Jahre meines Lebens, wenn Sie jetzt in der Lage wären, 200.000 Mann in Marsch zu setzen!“2) Lebzeltern beschränkte sich denn auch, seinen Weisungen gemäss, darauf zu bestehen, dass Russland die Vermittlungsversuche Oesterreichs annehme und konnte bereits am 11. März berichten, dass Russland die Vermittlung annehme, wenn die Alliierten ein­verstanden seien. Der Annahme von Seite Preussens sei man sicher und Schweden erwähne man nur der Form wegen.3) Nach der Kriegserklärung Preussens an Frankreich wurde Fürst Schwarzenberg nach Paris gesandt, von allen Friedens­freunden, die sich von der Einwirkung des Fürsten auf Kaiser Napoleon Alles versprachen, sehnsüchtig erwartet. !) Haus-, Hof- und Staats - Archiv. Bericht Lebzelterns vom 22. März. 3) Haus-, Hof- und Staats-Archiv. Bericht Lebzelterns vom 26. März. Es darf hiebei wohl auch an die Verhandlungen Russlands mit England und Bernadotte, die zu dieser Zeit stattfanden, erinnert werden, Verhandlungen, die wie Häusser treffend bemerkt, an die „schlechtesten Tage Bonaparte’scher Politik“ gemahnen. 3) Haus-, Hof- und Staats - Archiv. Bericht Lebzelterns. Litt. G. Post scriptum.

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