Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
Oberlieutenant Criste: Der Beitritt Oesterreichs zur Coalition im Jahre 1813
Der Beitritt Oesterreichs zur Coalition im Jahre IS 13. 225 Selbst beim Auxiliar-Corps, das an Menschen und Pferden vollzählig war. hatten alle Kriegsbedürfnisse so bedeutend gelitten, es war selbst während der Campagne so spärlich unterstützt, selbst ungenügend besoldet worden, dass auch zur Ausrüstung dieses Corps ausserordentliche Anstrengungen nöthig waren. In einem Vortrag an den Kaiser schilderte später Fürst Schwarzenberg die klägliche Lage, in welcher die Truppen dieses Corps wegen Nichterhaltung der rückständigen Gebühren sich befänden. „Da diese Forderungen,“ schloss der Feld-Marschall, „zu Klagen über die von den Officieren und Parteien gemachten Schulden Anlass geben, anderseits der Drang der Bedürfnisse nach den höchst nöthigen Kleidungs- und Equipierungsstücken nachtheilig auf den Geist wirkt und sich in dem Augenblick der Vereinigung mit den übrigen Truppen der Armee selbst bis zum gemeinen Mann empfindlich mittheilt, so halte ich es für eine meiner wesentlichsten Pflichten, gegen Eure Majestät die Sprache der unverhohlenen Wahrheit zu führen und zu bitten, dass diesem abgeholfen werde.“ *) Mit welchen Hindernissen die damalige Armeeleitung zu kämpfen hatte, darüber geben die gleichzeitigen officiellen Berichte die beste Auskunft. „Nachdem seit dem letzten Kriege“, schrieb Graf Bellegarde, „alle Monturs- und Rüstungsvorräthe wegen nicht erfolgter Neuschaffung vollends erschöpft und die zu denen seitherigen Mobilmachungen als unumgänglich erforderlich ausgewiesenen Geldmittel weder in rechter Zeit, noch in dem berechneten Betrag von den Finanzen erfolgt worden sind; man sowohl mit dem Ankauf von Remonten, als der Ergänzung der Monturs- und Rüstungssorten stets weit Zurückbleiben musste und dass aus dieser Ursache auch jetzt alle 3 Bataillone und 3. und 4. Cavallerie-Divisionen des bisherigen Auxiliar-Corps, welche Seine Majestät schon vorigen Jahres auf den completten Kriegsfuss zu setzen anbefohlen, nicht nur diese Stärke beiweitem nicht erreicht haben, sondern dass hauptsächlich der zu grosse Mangel an leichten Remonten auch wirklich jetzt wenig Hoffnung übrig lasse, selbe nebst ihren Reserven bald formiert zu sehen.“2) „An FussB Kriegs-Archiv. Haupt-Armee. VI. 40. 2) Hans-, Hof- nntl Staats-Archiv. Conferenz-Protocoll. Miltheilungen des k. und k. Kriegs-Archivs. Neue Folge. VIII. 15