Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Schwarzénberg-Legeditsch. 17 Der Aufstand im Grossherzogthume Baden hatte nämlich seinen Höhepunct erreiclit und cs begannen um diese /eit die < »perationen der zur Unterdrückung der Revolte bestimmten könig­lich preussischen und der Bundes-Truppen. Nach dem Nieder­werfen des Aufstandes in der Pfalz rückte, unter Commando des Prinzen von Preussen, die gesammte Macht in der Stärke von 5 i .000 Mann mit 104 Geschützen gegen die unter der Leitung des Insurgentenführers Mieroslawski stehenden Aufständischen (etwa 25.000 Mann) in folgender Weise vor: Das 1. Armee-Corps, rechter Flügel, 18.800 Mann, unter GL. v. Hirschfeld, hatte den Rhein bei Germersheim zu über­schreiten und gegen Carlsruhe zu operieren, das 2. Armee- Corps, 15.600 Mann, als Centrum unter GL. Graf v. d. Groben den unteren Neckar bei Mannheim, endlich das Neckar-Corps, aus Reichs-Truppen in der Stärke von 17.600 Mann bestehend, als linker Flügel unter GL. von Peucker, den Fluss bei Heidelberg zu passieren und gegen Süden vorzurücken. Diese Operationen sollten am 21. Juni beginnen. Die Insurgenten wurden in einer Reihe von Detail-Gefechten, dann in dem Haupttreffen bei Waghäusel geschlagen und Carlsruhe am 25. Juni von den Preussen besetzt. Das 1. Corps setzte die Bewegung gegen Süden fort, das 2. Corps schloss die Festung Rastatt ein, welche hartnäckig ver- theidigt wurde und sich erst am 23. Juli ergab. Das Corps Peucker überschritt den Schwarzwald und manövrierte gegen Viliingen und Donaueschingen. Die Insurgenten, überall geschlagen, sahen sich alsbald vollständig in die Enge getrieben und suchten. nun die Bewegung nach Württemberg zu übertragen, wo sie in dem radicalen Gebahren des zu Stuttgart in den letzten Zügen liegenden „Rumpfparlamentes“ den Boden vorbereitet glaubten. Ulm. Unter diesen misslichen Umständen und bei dem wahr­haft abschreckenden Beispiel, welches die der Revolution sich voll­ständig in die Arme werfenden badischen Truppen, insbesondere die Besatzung von Rastatt gegeben hatten, ist es erklärlich, dass auch bei dem Könige von Württemberg ernste Besorgnisse auf- stiegen und diese vor Allem auf den Hauptstützpunct, die Festung Ulm, gerichtet waren. Thatsächlich wandte sich auch der König von Württemberg im Wege des k. k. Geschäftsträgers Baron Handel an die kaiser­Mittheilungen des k. und k. Kriegs-Archivs. Neue Folge. VIII. 2

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