Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
Das österreichische Corps Sclnvarzenberg-Legeditsch. 137 Der Vorfall, der ihren Inhalt ausmacht, erscheint mir als ein nützlicher, insoferne er die strengen Vorkehrungen in jedes Unbefangenen Augen rechtfertigen wird, die Euer Excellenz ankündigen und zum Theile schon genommen haben und welche der würdigste und kürzeste Weg sind, um die Frechheit des Pöbels in Schranken zu halten. Seit die Revolution sich grossentheils selbst die Gesetze gemacht hat, nach denen sie behandelt sein will, ist es nicht zu wundern, dass dieselben für die Ordnung nicht ausreichen; dass man aber durch die Berücksichtigung dieser zu Gunsten des Aufruhrs erfundenen Rücksichten und Schonungen das Uebel nur steigert, ist Euer Excellenz erfahrenem Blicke seit Langem klar. Der Protest des Senates gegen die Besetzung der Vorstadt St. Pauli und dessen ausgesprochene Ansicht von den gefährlichen Folgen dieser heilsamen Massregel, beweisen die Nothwendigkeit, der Schwäche dieses Regierungs-Körpers durch Nichtachtung seines furchtsamen Geschwätzes zu Hilfe zu kommen. Die von ihm geführte Sprache ist diejenige aller schwachen Regierungen, die aus Furcht vor der Revolution ihr in den Rachen laufen. Meine Meinung ist, dass, je energischer Eure Excellenz auf- treten, desto gesicherter die Ordnung hergestellt bleibt. Senat und Volk müssen von der Ucberzeugung durchdrungen werden, dass man die kaiserlichen Truppen nicht ungestraft, weder durch die Presse, noch mit Steinen angreift und dass, wenn die Behörde den Unfug abzustellen nicht den Muth hat, die Truppe sich selbst zu helfen weiss. Da Euer Excellenz einige der Unruhestifter in Händen haben, so scheint mir die Gelegenheit gegeben, durch ein paar heilsame Exempel die schuldige Achtung für die kaiserlichen Truppen sowohl im Senate, als im Volke festzustellen.“ Eine ganz besondere Genugthuung gewährte es FML. von Legeditsch, als ihm von Seite des kaiserlich russischen Gesandten in Hamburg auf vertraulichem Wege eine Note des Grafen Nesselrode zukam, welche, mit Bezug auf die Affaire in St. Pauli folgende Worte enthielt: „Sa Majesté approuve hautement, com- pletement et en tous points la conduite du general Legeditsch.“ Der Senat von Hamburg, statt zu klagen, sollte demselben (Legeditsch) vielmehr dankbar sein.