Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

114 Sacken. möge im Interesse der gemeinsamen Bundeszwecke geruhen, kis zur Beendigung der in dieser Angelegenheit zwischen den beiden hohen Regierungen stattfindenden Verhandlungen, dem gegen die vorübergehende Belegung des grossherzoglichen Gebietes aus­gesprochenen Proteste keine Folge zu geben.“ Graf Bülow antwortete hierauf in mildem, nachgiebigem Sinne; die Spitze des Protestes sei weniger gegen die ganze Sache selbst gerichtet, als zufolge der Nichtbeachtung der Form erhoben worden; der Grossherzog hege gegen die kaiserlichen Truppen und ihren Führer die freundlichste Gesinnung; er gestatte das längere Ver­weilen der Truppen auf seinem Gebiete und behalte sich nur vor, „die obwaltenden Differenzen auf diplomatischem Wege mit dem k. k. Cabinet in Wien zur weiteren Erörterung zu bringen.“ Die Hauptsache war während dieser diplomatischen Verhandlungen erzielt, nämlich die Zeit gewonnen, bis der Weitermarsch der kaiserlichen Truppen nach Hamburg und Holstein stattfinden und dadurch Mecklenburg grösstentkeils geräumt werden konnte. Auch der Grossherzog von Oldenburg ersuchte um Nicht­belegung jener Gebietstheile, welche er im östlichen Holstein und Lauenburg besass, welchem Ansinnen entsprochen werden konnte, da diese Landstriche ganz abseits lagen. FML. von Legeditsch und das Corps-Hauptquartier nahmen am 3. Februar für einige Zeit in Hamburg Station, nachdem ersterer seinen Aufenthalt in Lüneburg benützt hatte, um alle Abtheilungen des Corps bei Gelegenheit des Durchmarsches durch Lüneburg zu besichtigen. Rendsburg, Altona, Lübeck. Es handelte sich nunmehr noch um den Einmarsch der k. k. Truppen in Holstein und um die Besetzung der wichtigsten Puncte, der Festung Rendsburg, der bedeutenden Industrie- und Handelsstadt Altona und der freien Hanse-Stadt Lübeck, einst das Haupt der Hansa. Es war ein bedeutsamer Moment, welcher das schwarzgelbe Banner bis an die Eider, somit auch bis an die Küste der Nordsee führte. Auf Antrag der Bundes-Commissäre für Schleswig-Holstein sollte der Einmarsch nach Holstein nicht vor dem 4., die Besetzung Rendsburgs nicht vor dem 8. Februar geschehen. So forderte es die Rücksicht, welche man auf die successive fortschreitende Auf-

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