Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

102 Sacken. am 13. Januar in Lüneburg, also einen schwachen Marsch von den Uebergangspuncten eintreffen sollte, so wurde beschlossen, solange es die Eisverhältnisse gestatten würden, die Truppen zu überschiffen. Es war erklärlich, dass der Marsch der k. k. Truppen mitten durch Deutschland die subversiven Elemente in Unruhe versetzte und die in ihren Diensten stehende Presse suchte gegen die österreichischen Truppen Stimmung zu machen. Insbesondere galt dies von Hildesheim und es verlautete auf das Bestimmteste, dass dort beim Einmärsche der „Kaiserlichen“ ernste Demonstra­tionen erfolgen sollten. Ueber den Einmarsch in Hildesheim berichtete FML. von Legeditsch: „Wie ich bereits mittelst Telegraph berichtet habe, bin ich heute mit der ersten Abtheilung der Brigade Zobel hier eingerückt und — wie allenthalben im Königreiche Hannover — glänzend empfangen worden. Der von Sr. Maj. dem Könige zum Empfange der Truppen hieher beorderte General Halket, der Etapen-Commandant Oberst von Brandis und eine grosse Anzahl von Officieren, die eigens hierzu von Hannover herübergekommen, waren der Colonne ent­gegengeritten. Die Truppen stellten sich auf dem alten Paradeplatze auf, wo Se. Exc. GL. Halket die Parade abnahm, worauf in die Quartiere abgerückt ward. Für Unterkunft und Verpflegung ist bestens gesorgt, nur ist bei letzterer im Hannoverschen das Getränk nicht mitbegriffen. Die Haltung der Truppen und ihr Aussehen ist, trotz den ununterbrochenen, zumTheile sehr beschwerlichen sechs Marschtagen von Cassel hierher, eine ganz ausgezeichnete und von allen Militärs anerkannte, was jedoch demokratische Tagesblätter nicht hindert, sehr traurige Schilderungen von dem Zustande der k. k. Truppen zu veröffentlichen. Die hiesige, als vorzugsweise demokratisiert bekannte Be­völkerung war zwar bei dem Einzüge der Truppen sämmtlich auf den Beinen, enthielt sich jedoch jeder Art von Demonstration, ob­wohl eine sehr aufreizende Ansprache an das Volk in Umlauf

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