Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Neue Folge, 1893)

Major Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VIII. Bande)

60 Hausenblas. Die linke Colonne, bestehend aus 4 Escadronen Wurmser- Husaren, 2 Escadronen Kinsky - Chevauxlegers, 2 Bataillonen In­fanterie und 6 Kanonen brach am 1. August 10 Uhr Abends aus dem Lager von Schwetzingen auf und marschierte unter der per­sönlichen Führung Hohenlohe’s zur Altlosheimer Ueberfuhr, gegen­über Speyer, wo sie mittelst 11 Plätten auf das linke Rhein-Ufer geschafft wurde. Am 2. August 9 Uhr Morgens war der Ufer­wechsel beendet und die Colonne bildete nunmehr die Vorhut. Sie deckte durch eine Aufstellung bei Dudenhofen, westlich von Speyer den Anmarsch Und Uebergang der beiden anderen Colonnen. Die mittlere unter Feldmarschall-Lieutenant d’Alton, 12 Ba­taillone stark, wurde beim Rohrhof zunächst der Mündung des Leimbaches auf 40 Kähnen überschifft und rückte am 2. August um 8 Uhr Früh in das Lager von Valsheim.1) Die rechte Colonne endlich, unter Commando des Feldmarschall-Lieutenants Waldeck, aus 14 Escadronen bestehend, benützte die Schiffbrücke bei Mann­heim zu ihrem Uebergange, das Liniengeschütz, die Laufbrücken, die Trains und die Reitpferde der Infanterie folgten auf dem­selben Wege; Feldmarschall - Lieutenant Waldeck langte am 2. August tun 11 Uhr Vormittags in dem Lager von Valsheim an und schob 4 Escadronen Wurmser-Husaren zur Beobachtung des Ringenburger Forstes2) vor. Da man weder während des Rhein-Ueberganges, noch am 2. August im Laufe des Vormittags etwas vom Gegner bemerkt hatte, beschloss Hohenlohe, dem Operationsplane gemäss, Kellermann aufzusuchen und zurückzudrängen, dann aber einen Versuch zu machen, Landau zur Uebergabe zu bestimmen. Mochte dieser nun von Erfolg begleitet sein oder nicht, jedenfalls gedachte Hohenlohe nach demselben über Kaiserslautern an die untere Saar abzu­marschieren und das Corps Erbach zur Beobachtung Kellermann’s zurückzulassen. Zu dem Versuche gegen Landau sollte auch das Corps des Prinzen Condé von Kreuznach herangezogen werden, da man durch das angeblich bestehende Einverständniss Condé’s mit dem Festungs-Commandanten, General Martignac leichter zum Ziele zu r) Auf den neueren Karten erscheint Valsheim unter dem Namen Waldsee. z) Nordwestlich Speyer, der heutige Nonnenwald.

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