Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Neue Folge, 1893)

Major Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VIII. Bande)

Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792. 51 haber zu erwerben, die Veranlassung zu Actionen wurden, welche nicht immer mit den Anordnungen der Armee-Commandanten in Ein­klang gebracht werden konnten. Auch die räumliche Ausdehnung der den beiden Generalen zugewiesenen Vertheidigungsabschnitte übte einen nachtheiligen Einfluss auf die einheitliche Thätigkeit. Luckner hatte in der zweiten Hälfte Juli auch das Commando Uber die von Biron befehligte Rhein-Armee übernommen und die von ihm zu ver­teidigende Grenzstrecke reichte nunmehr von Basel bis Montmédy, wobei er den unmittelbaren Befehl über die Centrum - Armee selbst weiter führte. Ebenso sah sich Lafayette nach dem Ab­marsche in die Gegend von Montmédy genöthigt, den Abschnitt an der niederländischen Grenze einem eigenen Commandanten, General Dillon anzuvertrauen, so dass es thatsächlich vier Armee- Commandanten gab, deren politische und militärische Meinungen weit auseinander liefen und deren Handlungen somit gewiss nicht leicht in Einklang zu bringen waren. In der Zeit, da Nord- und Centrum-Armee sich vergeblich bemühten, in die Niederlande einzudringen und bei der An­näherung der Verbündeten an den Rhein sich schliesslich genöthigt sahen, den bisherigen Kampfplatz ganz zu verlassen und in den Raum zwischen Maas und Mosel zu eilen, waren bei der „Rhein- Armee“ keine Ereignisse von besonderer Bedeutung vorgefallen. Anfangs Mai wurde das Commando der Rhein-Armee vor­übergehend in die Hände des alten und kränklichen Lamorliére O x -- -­ge legt, welcher es bis zu dem am 14. Juli erfolgten Eintreffen O 0 7 _______ ■ Bir on’s in Strassburg führte. Da die Aufgabe der Rhein-Armee zunächst nur eine defensive sein konnte, blieb die anfangs Mai eingenommene Gruppierung fast unverändert. Nur General Kellermann machte in der zweiten Hälfte Juni, als Generalmajor Smackers sich dem Luxemburg’sehen näherte, eine Bewegung in dieser Richtung. Er hob am 20. Juni das Lager von Neunkirchen bei Saargemünd auf und marschierte mit den daselbst gestandenen 10 Bataillonen, 14 Escadronen, ungefähr 8000 Mann und 26 Geschützen nach Wadgassen südlich Saarlouis, ein Detachement von 1500 Mann nach Bouzonville entsendend. In dieser Aufstellung blieb Keller mann bis zum 3. Juli stehen, an welchem Tage er mit der Absicht, Trier zu überfallen und sich 4*

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