Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. IV. Theil. Der nordöstliche Kriegsschauplatz in Galizien und der Bukowina - Feldzug 1809 im Herzogthume Warschau und in Galizien

Feldzug 1809 im Herzogthume Warschau und in Galizien. 17 Feldzug 1809 im Herzogthume Warschau und in Galizien. Quellen: Weiden, Der Krieg von 1809 zwischen Oesterreich und Frankreich. Die Verhältnisse, welche Napoleon durch eine Reihe von sieg­reichen Feldzügen geschaffen hatte, waren für Oesterreich absolut unhaltbar. Unter diesem Eindrücke erklärte die Monarchie daher im Jahre 1809, als sich aus der allgemeinen Lage in Europa die Aussicht auf Erfolg gegen den vom Kriegsglücke begünstigten mächtigen Gegner ergab, Frankreich den Krieg. Deutschland sollte zum Haupt-Kriegsschauplatze werden; hier traten sich der österreichische Oberfeldherr Erzherzog Carl und Napoleon gegenüber, während in Italien Napoleons Adoptivsohn Eugen Beauharnais ein Heer gegen den Erzherzog Johann führte. Das österreichische Hauptheer, das in Böhmen zur Aufstellung gelangte, zählte 194.000 Mann. Erzherzog Johann führte 53.000 Mann nach Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. 44. Martinesti. Streitkräfte, so dass Mitte September die Gefahr einer Trennung des Coburg’schen Corps von den Russen eintrat. Eilboten holten Suwarow’s Division, 7000 Mann, in das Lager Coburg’s herbei, wo diese am 21. September eintraf. Am 22. September schlugen 23.000 verbündete Russen und Oesterreicher die denkwürdige Schlacht bei Martinesti, in welcher das 100.000 Mann starke türkische Heer der Tapferkeit der Verbündeten vollständig unterlag. Damit stand die Walachei offen und Coburg hielt am 10. November seinen Einzug in der Hauptstadt Bukarest. Der kühne Sinn des Führers und die Tapferkeit der Truppen hatte das schwache galizische Corps befähigt, den Krieg trotz der vierfachen Ueber- legenheit des Gegners von den Grenzen Galiziens und der Buko­wina in das feindliche Land zu tragen. Das Corps kämpfte im Jahre 1790 noch bei Giurgevo und Widdin, bis dem Kriege am 23. September 1790 durch den Abschluss eines neunmonat­lichen Waffenstillstandes zu Giurgevo und später durch den Frieden von Sistova ein Ende gemacht wurde. Das Verhalten Preussens und Polens aber nöthigte Oesterreich, seine Eroberungen bis auf Alt-Orsova zurückzugeben.

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