Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Aufstand in Süd-Dalmatien 1869-1870

508 Der Aufstand in Süd-Dalmatien 1869—1870. in Montenegro führenden Strasse gelegen, war Dragal 1869 ein gemauertes, aus drei Etagen bestehendes und mit einer krenelirten Mauer umgebenes Wachhaus. Während die oberste Etage zur Geschütz-Vertheidigung eingerichtet war, hatten die beiden unteren nur Gewehrscharten und die Umfassungsmauer konnte durch Coffres Seiten-Bestreichung erhalten. Innerhalb dieser Mauer befanden sich unter Flugdächern zwei Magazine, ausserhalb derselben bestand ein schmaler, durch eine Zugbrücke überbriickter Graben. Das Ganze war von einem niederen Erd walle umschlossen, der jedoch weder pallissadirt, noch mit sonstigen Hindernissen ausgerüstet ge­wesen ist. Fort und Gebiet von Dragal gelangten zu einer niemals ver­dienten Bedeutung, da man das erstere nicht wohl den Händen eines Häufleins von Insurgenten überlassen durfte und es ebenso wenig anging, seine Besatzung dem Hungertode oder den Gräueln der Gefangenschaft preiszugeben. Die amtliche Publication des neuen Wehrgesetzes, mit welcher gleichzeitig die Ausführungsbestimmungen zur Veröffentlichung gelangten, war vom 22. September 1869 datirt und hatte den 6. October als den Tag bezeichnet, an welchem die Assentirung in den einzelnen Bezirken beginnen sollte. Der bis dahin latente Widerstand der Bevölkerung kam nun alsbald schärfer zum Aus­drucke, indem zunächst die in geringer Entfernung nördlich von Oattaro situirten Kiistengemeinden Perzagno, Dobrota und Perasto die Erklärung abgaben, dass sie nicht gewillt seien, ihre militär­pflichtigen jungen Leute in die Assentlisten der Landwehr eintragen zu lassen. diesen auch in den Karten eingezeichnet sind. So heisst die Gegend südöstlich von Ragusa, gegen die Sutorina hin, »Canali«; der nördlich der Bocche, zwischen Castelnuovo, Risano undDragal gelegene District, »Krivosije«; südlich, beziehungs­weise südöstlich der Bocche, zwischen der Bai vonTeodoundBudua liegtdie»Zupa«, an welche östlich, gegen Montenegro hin, sich die kleineren Gebiete von »Maina«, »Pobori« und »Braic« anschliessen. Die kleine, zwischen der Einfahrt in die Bocche und der Bai von Traste gelegene Halbinsel zerfällt in die Districte »Krtole« und »Lustizza«, während der südlichste Theil des Landes, zwischen Budua und Castel Lastua, die Landschaft Pastrovid (Pastrovicchio) umfasst. Die »Krivosije« ist das höchstgelegene, rauheste, unwegsamste und wenigst cul­tivate Gebiet Dalmatiens, was in diesem Lande sehr viel sagen will.

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