Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Aufstand in Süd-Dalmatien 1869-1870

506 Der Aufstand in Süd-Dalmatien 1869—1870. worden. Gleichwohl wurden sie von der Bevölkerung keineswegs als eine solche aufgefasst. Während die Befreiung vom activen Heeresdienste durchaus nicht als freiwilliges und billiges Zugeständniss, sondern als An­erkennung eines selbstverständlichen, althergebrachten Rechtes seitens der Regierung angesehen wurde, erregte die Publication der Landwehrpflichtigkeit an vielen Orten lebhafte Unzufriedenheit. Der Widerwille kehrte sich namentlich gegen eine, wenn auch nur entfernt mögliche Verwendung der Landwehr ausser Landes; gegen die Uniformirung derselben nach militärischem Schnitte; gegen die Errichtung eines, von den Kreisen Ragusa und Cattaro gemein­schaftlich aufzustellenden Landwehr-Bataillons, nachdem die Ragu- saner den Bewohnern der Bocche von jeher verhasst waren; end­lich gegen die allen Traditionen zuwiderlaufende Entwaffnung. Sollten die Weisungen der Regierung dennoch zur Durch­führung gelangen, so konnte dies nur mehr unter Anwendung von Waffengewalt versucht werden; aber auch der Anwendung der letzteren stellten sich alsbald gewichtige Hindernisse entgegen. Der Eigentümlichkeit der localen Verhältnisse Dalmatiens entsprechend, kann im Frieden nur ein sehr geringer Theil der bewaffneten Macht dahin verlegt und auch dieser muss in relativ schwache Garnisonen über das ganze langgestreckte Land, von Zara bis Cattaro und Budua, vertheilt werden. Zahlreiche fortificatorische Anlagen, welche, namentlich im Süden, theils an der Küste, theils landeinwärts, im Gebirge, erbaut sind, erfordern kleine Besatzungen und zersplittern die ohnehin inferioren militärischen Streitkräfte. Im Herbst 1869 befanden sich, ausser den numerisch nicht in Be­tracht kommenden Abtheilungen der Festungs-Artillerie, im Ganzen 3 Infanterie-Regimenter a 3 Bataillone zu je 4 Compagnien und 2 Feldjäger-Bataillone, gleich allen übrigen Truppen der Armee mit einem Präsenzstande von 60 Mann per Compagnie, in Dal­matien. Dieselben, eine Gesammt-Streitmacht von rund höchstens 3000 Mann repräsentirend, waren im Wesentlichen damals wie folgt vertheilt: Infanterie-Regiment Nr. 47 in Zara, » » Nr. 22 » Ragusa,

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