Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg gegen Preussen und Italien 1866

504 Der Krieg gegen Preussen und Italien 1866. 24. Infanterie-Regiments und 6 Geschütze über das Gebirge nach Friedland marschirten, um der Legion den Rückzug nach Neu- titschein zu verlegen. Inzwischen waren die preussischen Truppen hinter die De- marcationslinie zurückgegangen und hatten die Communicationen in Schlesien freigegeben. Diesen Umstand benützte GM. Braisach, um mit seinen Truppen von Bielitz aus die Offensive zu ergreifen. Er erreichte mit seiner Vorhut, dem 4. Bataillon des 67. Infanterie- Regiments, schon am 5. August Dobrau und mit dem Gros Teschen. Eine Uhlanen-Patrouille ging Nachmittags gegen Roznau vor, fand dort die Legion im Lager und nahm unweit Hochwald den Adju­tanten Klapska’s, Grafen Seherr-Thoss, der mit Depeschen an den preussischen General Stolberg abgesendet worden war, gefangen. Das Bataillon des 67. Infanterie-Regiments wurde noch in der Nacht mittelst Wagen nach Frankstadt befördert. Da aus den aufgefangenen Depeschen hervorging, dass die Legion ihren weiteren Rückzug über Neutitschein ausführen wolle, wurde am 6. August Morgens eine auf Wagen gesetzte Compagnie und eine Halb-Batterie schleunigst nach Freiberg gesendet, wo beide schon um halb 10 Uhr Vormittags eintrafen. Die Compagnie eilte sogleich nach Neutitschein weiter, während der Rest des Bataillons des 24. Infanterie-Regiments nach Freiberg marschirte und Oberst­lieutenant Kálnoky nach Roznau vorging. Der letztere traf jedoch erst zwei Stunden nach dem Abzüge der Legion in diesem Orte ein. Klapka, der sich von allen Seiten bedroht sah, war am 6. August Morgens mit seiner Schaar aufgebrochen und setzte seinen Rückzug in grösster Eile über Krasna nach Pohl hinter die Demarcationslinic fort, wo er von preussischen Truppen aufge­nommen wurde. Auf diese Nachricht hin musste die weitere Ver­folgung von den österreichischen Colonnen aufgegeben werden.

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