Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg gegen Preussen und Italien 1866

502 Der Krieg gegen Preussen und Italien 1866. Der Krieg gegen Preussen und Italien 1866. Quellen: Oesterreichs Kämpfe im Jahre 1866. Wien 1869. A) Der Kampf zur See. (Vergl. Kriegs-Chronik, II. Theil, Seite 211.) B) Die Verfolgung der Klapka’schen Legion. In der ersten Hälfte des Monats Juli 1866 fasste die preussi- sche Heeresleitung den Entschluss, eine ungarische Legion zu er­richten und diese in Ungarn einbrechen zu lassen. Aus Frank­reich und Italien wurden ungarische Emigranten berufen, zu Offi- cieren der Legion ernannt und vorläufig dazu verwendet, kaiser­liche Soldaten ungarischer Nationalität, welche sich in Kriegs­gefangenschaft befanden und bereits in Glogau, Neisse und Glatz vereinigt worden waren, zum Treubruche zu verleiten. Da kein Mittel der Verführung oder der Härte unversucht blieb, hatten diese Bemühungen Erfolg. 3000—4000 Gefangene Hessen sich herbei, in die Legion, welche aus einigen mit Minié-Gewehren be­waffneten Bataillonen, einer Abtheilung Cavallerie und einer aus eroberten österreichischen Geschützen formirten Batterie bestehen sollte, einzutreten. Dem aus dem Kriege von 1848—49 bekannten Klapka, welchem dieses »königlich preussisehe Parteigänger-Corps« unterstellt ward, standen mehrere Mitglieder des emigrirten ungari­schen Adels zur Seite. Erst nach dem Abschlüsse der Waffenruhe und während die kaiserlichen Truppen sich dem Wortlaute der Convention gemäss jeder Feindseligkeit enthielten, ging der preussisehe General-Major Graf Stolberg daran, dem am 17. Juli aus dem Hauptquartier des Königs erhaltenen Befehle nachzukommen und sich in Teschen zu etabliren, um den Einbruch der Klapka’schen Legion nach Ungarn zu decken. Am 27. Juli, also am Tage nach der Unterzeichnung der Friedens-Präliminarien zu Nikolsburg, langten zwei Bataillone und die Cavallerie-Abtheilung der Legion aus den schlesischen Festungen mittelst Eisenbahn in Oderberg an; weitere Transporte sollten unverweilt nachfolgen. Von Oderberg wurde der Marsch sogleich nach Schumburg fortgesetzt und in einem diesem Orte be­nachbarten Walde ein Lager bezogen. Die Legion ging wider alles Erwarten zwar abermals über die preussisehe Grenze zurück, überschritt aber nach wenigen Tagen zum zweiten Male die Grenze Schlesiens und gelangte mit Unterstützung der preussischen ♦

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