Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

Der Krieg in Ungarn 1848 — 1849. 495 Beins Absicht, Hassfort durch den Rothenthurm-Pass in die Walachei zu drängen, wurde durch den tapfern Widerstand der Russen bei Talmács und den raschen Anmarsch des Generals Lüders vereitelt. Am 6. August stand die Avantgarde-Brigade Engelhardt schon um 6 Uhr Morgens auf den Plöhen von Gross- Scheuern dem Feinde, der eine vortheilhafte Stellung bezogen hatte, gegenüber. Bevor General Lüders noch zum Angriffe schritt, versuchte Bem zuerst den rechten und dann den linken Flügel der Russen zu umgehen, welche Unternehmungen jedoch alsbald vereitelt wurden. Das wirksame Feuer der russischen Batterien brachte beim Gegner bald ein Schwanken hervor, worauf Lüders die im Centrum aufgestellten 4 Escadronen Uhlanen mit 2 Geschützen unbemerkt nach dem rechten Flügel schob, wo eine kleine Mulde sie den Blicken des Feindes entzog. Gleichzeitig griff der russische linke Flügel Gross-Scheuern an und warf die Ungarn in die Wein­berge auf dem sogenannten »alten Berg«. Da der Besitz dieser Weingärten von entscheidender Wichtigkeit war, liess Bern sogleich 2 Bataillone zum Gegenangriffe vorrücken. In diesem Augenblicke brachen die Uhlanen aus ihrer gedeckten Stellung hervor und trieben den linken Flügel des Gegners in die Flucht. Von links her wurde nun auch das ungarische Centrum aufgerollt und die tapferen Uhlanen sprengten ein Bataillon auseinander und eroberten 4 Kanonen. Der Feind floh in Unordnung über Heppendorf und Grossau gegen Mühlenbach. General Hassfort drängte die ihm unter Forró gegenüberstehenden Ungarn ebenfalls gegen Mühlen­bach und vereinigte sich hierauf mit dem General Lüders. Der Verlust der russischen Truppen bestand in 74 Mann, jener der Ungarn in 600 Todten, 500 Verwundeten, 1200 Gefangenen und 14 Kanonen. Bern selbst entging der Gefangenschaft nur mit Mühe und verhess Siebenbürgen, um das Commando der bei Temesvár stehenden ungarischen Haupt-Armee zu übernehmen. Stein blieb mit den Resten der siebenbürgischen Truppen bei Mühlenbach stehen. Lüders ertheilte dem General-Lieutenant Grottenhjelm den Befehl, von Maros-Vásárhely und Bistritz gegen Klausenburg vor­zurücken und diese Stadt zu besetzen. FML. Clam sollte ihm von Csik-Szereda aus Uber Udvarhely, Schässburg und Maros-Vá­sárhely nachfolgen. Ein russisches Detachement unter GM. Rennen­G-ross­Scheuern.

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