Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849
Der Krieg in Ungarn 1848—1849. 489 und einer Abtheilung Infanterie und Reiterei Stellung genommen hatte. Die österreichischen Truppen übersetzten den Fluss im feindlichen Kartätschenfeuer und zwangen den Feind zur Räumung seiner Position. Die Verfolgung wurde bis Körtvélyfája ausgedehnt. Die Oesterreicher verloren am 23. Juli 33 Mann, die Ungarn 60 Todte und Verwundete, 34 Gefangene, während 61 Mann zu der kaiserlichen Fahne zurückkehrten. Auf die Nachricht, dass ein feindliches Corps von Norden her Bistritz bedrohe, sandte General-Lieutenant Grottenhjelm eine angemessene Verstärkung nach diesem Orte. Die übrigen russischen Truppen nahmen hinter dem Görgény-Bach und auf den Höhen des linken Maros-Ufers Stellung; ihr Hauptquartier blieb in Szász-Régen. Gleichzeitig erfocht auch FML. Clam-Gallas einen Sieg über das ihm gegenüberstehende Corps. Bern hatte in Csik-Szereda gegen 15.000 Székler aufgebracht und unternahm am 20. Juli mit dem 8000 Mann starken Corps Gál Sán dor’s einen Vorstoss auf die Stellung der Verbündeten bei Sepsi-Szent-György. In Folge dieses Angriffes, der sich vornehmlich gegen den rechten Flügel der alliirten Streitkräfte richtete, ging der russische GM. Rennenkampf nach Kökös und die Brigade Van der Nüll nach Ilyefalva zurück. Am 21. Juli erneuerte der Feind den Angriff, jedoch ohne Nachdruck, da General Bern weniger ein directes Vorgehen, als vielmehr die Bedrohung der Flanke und des Rückens der Verbündeten beabsichtigte. In dieser Voraussetzung concentrirte FML. Clam-Gallas seine Streitkräfte und liess sie auf der Höhe hinter Honigberg Stellung nehmen, um von hier aus die Offensive gegen die rechte Flanke des Feindes zu ergreifen. Um des Gegners Aufmerksamkeit zu theilen, liess FML. Clam-Gallas am 22. Juli noch durch den Obersten Eisler eine forcirte Recognoscirung über Élőpatak ausführen, durch welche der Feind zur Entwicklung seiner sämmtlichen Streitkräfte bei Sepsi-Szent-György gezwungen ward. Am 23. Morgens rückte das Armee-Corps von Marienburg (Földvár) auf das rechte Ufer der Alt und dann über Hidvég und Arapatak gegen Ilyefalva. Der Feind erwartete den Angriff in einer sehr starken Stellung bei Szemerja. Ein energischer Vorstoss mit dem Bajonnette vertrieb den Gegner aus dieser Position und wiederholte, zum Theile noch in der Dunkelheit unternommene Sepsi-SzentGyörgy. Élőpatak. Szemerja.