Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

Der Krieg in Ungarn 1848 — 1849. 483 Posten von Tartlau und griff am 2. Juli den Gegner bei der Kököser Brücke an. Letzterer wurde zwar gegen Uzon zurück­gedrängt, entwickelte aber hier 6 Bataillone, 150 Reiter, eine starke Abtheilung Landsturm und 30 Geschütze, so dass General Adler­berg, dem nur 4 Bataillone, 3 Escadronen, 400 Kosaken und iy2 Batterien zur Verfügung standen, nach Tartlau zurückging, um hier Verstärkungen abzuwarten. Diese Vorgänge bewogen den General Liiders, die Vorhut des GM. Engelhardt in Sárkány halten zu lassen und dem FML. Clam-Gallas den Befehl zu senden, nicht durch den Rothenthurm-, sondern durch den Törzburger Pass nach Siebenbürgen einzu­rücken. Am 5. Juli marschirte Lüders mit dem Gros gegen die Kököser Brücke vor. Der Feind war aber schon in der vorher­gehenden Nacht gegen Sepsi-Szent-György abgezogen. Gál Sándor, der einige Verstärkungen erhalten hatte, wollte hier ener­gischen Widerstand leisten und war am 5. Juli eben im Begriffe eine Stellung zu beziehen, als ein zu seiner Verfolgung abgesen­detes russisches Lanciers-Regiment bis auf 500 Schritte gegen ihn anritt, einige Geschütze demaskirte und ein mörderisches Kartätschen­feuer eröffnete. Die Husaren entflohen gegen Oltszeme, während die Infanterie, welche Widerstand leisten wollte, von der russischen Reiterei auseinander gesprengt ward. Die Ungarn verloren in diesem Gefechte mehr als 400 Todte, 240 Gefangene und 5 Ge­schütze. General Luders besetzte nun Sepsi-Szent-György und Földvár (Marienburg) und beschloss, in dieser Stellung das Ein­treffen des österreichischen Corps zu erwarten. Das letztere stand am 16. Juli in und bei Kronstadt und erhielt die schwierige Auf­gabe, dieses zu decken, während Lüders seine Operationen gegen Hermannstadt neuerdings aufnahm. Am 12. Juli nach Mitternacht brach GM. Engelhardt von Sárkány gegen Fogaras auf. Der Ge­neral disponirte zwei Escadronen durch die Furt bei Halmágy auf das rechte Ufer der Alt und 300 Kosaken, mit Umgehung von Fogaras, nach Also-Szombatfalva. Hierauf griffen die Russen die ungarischen Vorposten bei Mundra an und drückten sie in die Position bei Fogaras zurück. Nach einigem Widerstande wollte der 500 Mann mit 4 Geschützen starke Feind den Rückzug gegen Schässburg antreten, wurde aber durch die vorrückenden zwei russischen Escadronen zurückgetrieben. Er versuchte sodann den Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. 33 Kököser Brücke. Sepsi-Szent­G-yörgy. Fogaras.

Next

/
Oldalképek
Tartalom