Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

478 Der Krieg in Ungarn 1848—1849. Zeiden (F eketehalom). Weidenbach. Tömöser Pass Déva. Abrud Bánya Abrud Bánya. Brád. folgenden Tage Vledény, wo Bem wieder bei der Colonne eintraf. Am 19. März stiess der letztere bei Zeiden (Feketehalom) auf die Oesterreicher, die nach hartnäckigem Widerstande aus ihrer Aufstellung vertrieben wurden. In Weidenbach ereilten die Ungarn einige Compagnien der retirirenden Truppen, welche theils gefangengenommen, theils zum ungeordneten Rückzuge nach Kronstadt gezwungen wurden. Bem besetzte Kronstadt und bestimmte einige Abtheilungen Székler zur Verfolgung der Oester­reicher, die nach der Walachei abzogen, und jenen gelang es am 21. März im Tomöser Passe einen ansehnlichen Geldtransport zu erbeuten. Nach diesen Erfolgen befand sich ganz Siebenbürgen, mit Ausnahme des Schlosses von Déva und der Festung Karls­burg in den Händen Bern’s, dessen Armee in wenigen Tagen bis auf 43.000 Mann angewachsen war. Die Belagerung von Karls­burg wurde durch verschiedene Ereignisse verzögert, dagegen capitulirte die Besatzung von Déva am 27. Mai gegen freien Abzug. Bem organisirte nun seine Armee und wurde sodann nach dem Banate abberufen, worauf sich die Kriegsereignisse in Siebenbürgen auf Zusammenstösse zwischen den Ungarn und dem walachischen Landsturm beschränkten. Die Pacification des letzteren, welcher sich in den Gebirgen noch immer behauptete, wurde durch verkehrte Massregeln und die Leidenschaftlichkeit einiger ungarischer Befehlshaber vereitelt. Zur Beobachtung der Walachen hatte Bern eine halbe Infanterie-Division unter Hatvány bei Brád im Thale der weissen Körös aufgestellt. Als im Anfänge des Monats Mai die Walachen bei Abrud Bánya eine befestigte Stellung bezogen hatten, rückte Hatvány mit 500 Mann dahin vor, schlug sie am 6. Mai und besetzte die Stadt. Abraham Janku sammelte und verstärkte seine Schaaren bei Topánfalva im Aranyos-Thale, rückte am 8. Mai wieder gegen Abrud Bánya vor und zwang in einem blutigen Nachtgefechte, das erst am 9. Mai um 3 Uhr Morgens endete, Hatvány zum Rückzuge nach Brád. In der zweiten Hälfte Mai griff Janku den ungarischen Posten in Brád an und rieb ihn fast ganz auf, so dass die Geschütze, die Munition und der Train in seine Hände fielen und kaum 200 Mann zu Forró, der damals Déva eingeschlossen hielt, gelangen konnten. Die

Next

/
Oldalképek
Tartalom