Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

468 Der Krieg in Ungarn 1848—1849. Nagy-Léi. sehen Colonnen ihre Vereinigung bereits bewirkt, und es standen nunmehr ungefähr 10.000 Mann mit 30 Geschützen der Brigade Barco gegenüber. Dennoch leistete FML. Colloredo in einer Stellung auf den Höhen bei Puszta-Herkály bis gegen 6 Uhr Nach­mittags hartnäckigen Widerstand und führte seine Truppen dann in guter Ordnung auf das andere Ufer der Donau, nach Nagy-Léi. Um 11 Uhr Nachts wurde die von den Kaiserlichen hergestellte Schiffbrücke abgebrochen. Die österreichischen Truppen verloren in diesem Treffen 1000 Mann und 7 Geschütze, ihre Gegner nur 186 Mann. Als die Ungarn am 4. August gegen Raab vorrückten, wurden die Brigaden Barco und Liebler bis Nyárasd und Gutta zurückge­zogen. Nach dem Abmarsche der kaiserlichen Truppen aus der Schütt begann der Gegner am 4. August ein heftiges Geschütz­feuer gegen die auf der Donau-Insel bei Nagy-Léi postirten vier Achtzehnpfünder. Diese erwiderten die Kanonade durch zwei Stunden, wurden aber sodann von der Bedienungsmannschaft ver­nagelt und verlassen. Am 5. August marschirten die Brigaden bis Szerdahely und Légh und am 6. bis Waltersdorf (Csölle) und Bruck an der Neuhäusler-Donau, wo sie stehen blieben. Die Brigade Pott hatte ebenfalls den Befehl erhalten, nach Pressburg zu retiriren, wurde aber in Diószeg zum Halten und zur Wiederbesetzung der Waag-Linie beordert. Indessen marschirte Klapka mit 10 Bataillonen, 6 Escadronen und 30 Geschützen am 5. August bis Raab, welches die kleine österreichische Besatzung geräumt hatte. In Raab fielen grosse Vorräthe an Getreide, Mehl und Fourage in' die Hände der Un­garn, welche ihre Armee durch Rekruten-Aushebungen überdies bis auf 26.000 Mann verstärkten. Am 10. August traf das Reserve-Corps unter FML. Nobili aus Nieder-Oesterreich in Ungarisch-Altenburg und Wieselburg ein und wurde dem Commando des FML. Csorich unterstellt, der nun­mehr Uber 30 Bataillone, 9'/3 Escadronen und 69 Geschütze ver­fügte. Der Brigade Lederer, welche gegen Sárvár streifte, wurde der Befehl ertheilt, auf der Oedenburger Strasse nach Szent-Miklós vorzurücken. Auf die Nachricht von der Schlacht bei Temesvár ging Klapka mit seinen Streitkräften am 13. August wieder nach Komorn zurück und am folgenden Tage begann die allgemeine

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