Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

444 Der Krieg- in Ungarn 1848—1849. Uj-Szegedin. Ordre, bei Kanizsa stehen zu bleiben und den Fluss-Uebergang in der Nacht vom 4. auf den 5. August vorzunehmen. Der Brücken­schlag begann aber erst am 5. August mit Tagesanbruch unter dem Schutze von 3 Batterien. Eine Jäger-Division wurde auf Schiffen übersetzt, nahm vom jenseitigen Ufer Besitz und bemäch­tigte sich der dort aufgestellten 3 Geschütze. Der Gegner rückte mit grosser Entschlossenheit zum Angriffe auf die Jäger vor und suchte deren linke Flanke mit Cavallerie zu umgehen, wurde aber von den Jägern und einer Infanterie-Division, welche diesen zur Unterstützung gefolgt war, abgewiesen. Als die Brücke nach 2 '/2 Stunden vollendet war, liess der Feind von weiteren Angriffen ab und zog sich auf eine unfern gelegene Höhe zurück, wo er abermals Stellung nahm. Nachdem die Brigade Dossen den Fluss- Uebergang bewirkt hatte, verhess der Gegner ohne weiteren Widerstand seine Position und retirirte in Hast, theils gegen Oroszlámos, theils gegen Rácz-Keresztur. FML. Ramberg liess den Feind bis zum Einbrüche der Nacht gegen RAcz-Keresztur ver­folgen und rückte mit seinem Gros nach Oroszlámos. Die Ungarn hatten in dem Gefechte bei Török-Kanizsa 60 Todte, 100 Ge­fangene und 3 Geschütze verloren. Am 5. August Morgens beschossen sie den Brückenkopf von Uj-Szegedin abermals, ohne besonderen Schaden anzurichten und gegen Mittag unternahm FML. Fürst Franz Liechtenstein eine Re- cognoscirung, welche ergab, dass der Gegner sich noch in seiner, bereits gestern innegehabten Aufstellung hinter dem Damme, bei Szöreg und im Walde bei Szent-IvAn, befinde. Wie sich später herausgestellt hat, wurde vom General Dembinski am 5. August Mittags der Befehl ertheilt, dass bei Eintritt der Dunkelheit die Armee den Rückzug nach Béba und sodann nach Nagy-Kikinda, wohin das Corps Kmety befehligt worden war, anzutreten habe. FZM. Haynau seinerseits hatte den 5. August zum Angriffe auf die Position des Gegners bestimmt und wartete mit der Vor­rückung nur desshalb die Nachmittagsstunde ab, um der Umgehung des 3. Armee-Corps den nothwendigen Vorsprung zu ermöglichen. Um 4 Uhr Nachmittags war die zum Angriffe bestimmte, aus 25.000 Mann und 160 Geschützen bestehende Streitmacht in fol­gender Ordnung im Brückenköpfe von Uj-Szegedin formirt: 1. Treffen: Division Lobkowitz des 4. Armee-Corps.

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