Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Neue Folge, 1892)

Hauptmann Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VII. Bande)

1) Siehe Ordre de bataille vom 18. Juni. gegen Courtray vermag aber der Feind noch weniger etwas zu unternehmen, da wir selbes sodann hinter unserer Rechten hätten, ja selbst in Menin, wo der Gegner jetzt Posto gefasst, wäre der­selbe nicht sicher und würde es vielleicht verlassen, weil wir nun­mehr dieser Stadt näher stünden, als er an Lille. Auch deckt dieselbe Stellung das ganze Land zwischen der Schelde und der Lys bis Gent und verhindert auch den Feind zwischen der Lys und der See allzu tief vorzudringen, weil wir ihm zuvorkommen upd über Courtray abschneiden können.“ Diese Instruction, welche am 18. Juni nach Tournay expedirt wurde, kam zu spät, um noch ausgeführt werden zu können, die Franzosen hatten sich am Abende dieses Tages bereits Courtray’s bemächtigt. Oberst Mylius, welcher den Befehl hatte, Courtray auf das Aeusserste zu vertheidigen, konnte mit seinem schwachen, kaum 600 Mann zählenden Detachement unmöglich die ausgedehnten Ueberreste der einstigen Festung besetzen, er bezog daher eine verschanzte Stellung am linken Lys-Ufer in unmittelbarer Nähe der Stadt, beiderseits der Strasse nach Menin. Die Vorhut Luckner’s unter General Jarrys’) war, verstärkt durch einige Truppen des Generals Valence, am 18. gegen Mittag von Menin wieder gegen Courtray aufgebrochen und näherte sich gegen 4 Uhr Nachmittags der Stellung des Obersten Mylius, vor welcher die französische Infanterie alsbald zum Gefechte auf- marschirte, während Jarrys’ zahlreiche Cavallerie die österreichische Stellung rechts umgehend, gegen Cuerne vorrückte. Gegen 6 Uhr Abends war der rechte Flügel der französischen Vorhut, geführt von General Valence, auf Kanonenschussweite herangekommen und wurde nun mit lebhaftem Artilleriefeuer, sowie von dem Feuer der vorwärts der Geschütze in Gebüschen und Gräben gedeckten Tyroler Scharfschützen empfangen. Der Angreifer gerieth in Un­ordnung und wich zurück. Dagegen gelang es dem General Jarrys, welcher den linken Flügel der französischen Infanterie comman- dirte, den rechten Flügel der Kaiserlichen zum Wanken zu bringen und es war grosse Gefahr vorhanden, dass dem Detachement der 1

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